Foto: Willee Cole - Fotolia.com

Sitz, Platz, Fuß – dass Hunde dergleichen völlig problemlos lernen, ist für die meisten Tierhalter selbstverständlich. Aber Katzen? Nun, da kommt es auf die Unterrichtsmethoden an.

Grundsätzlich können Katzen so ziemlich alles lernen, was auch Hunde lernen können. Dass Katzenerziehung im Vergleich aber so kompliziert erscheint, liegt daran, dass die Katze nicht nur ein kleines Raub-, sondern auch ein Fluchttier ist. Das heißt: Bei Schimpf und Strafe macht sie sich aus dem Staub. Hinzu kommt, dass Katzen „fakultativ sozial“ leben – wie der Fachmann sagt. Das bedeutet: Katzen mögen Gesellschaft, sind aber nicht zwingend darauf angewiesen. Ganz anders als Hunde. Mit dem, was ein Hund so alles in Kauf nimmt, nur um partout Familienmitglied zu bleiben, findet sich eine Katze nicht ab.

Attraktive Alternativen schaffen

„Es ist sehr wichtig, einer Katze zum Beispiel bestimmte Hausstandsregeln zu vermitteln“, sagt Katzenexpertin Birga Dexel. „Sie sollte wissen, dass sie nicht auf den Herd springen oder aus der offenen Haustür laufen darf.“ Potenzielle Gefahren sind eben zahlreich. „Um einer Katze etwas abzugewöhnen, muss man ihr eine attraktivere Alternative bieten.“

Wer also nicht möchte, dass seine Katze auf den Esstisch springt, muss der Katze sanft, aber konsequent vermitteln: Der Esstisch ist allein den Zweibeinern vorbehalten und woanders in der Wohnung gibt es sowieso die besseren Leckerchen. Das heißt: Mieze wird immer wieder behutsam auf den Boden gesetzt, sobald sie auf den Tisch gesprungen ist. Und: Besonders leckeres Essen für den Stubentiger wird immer neben dem Tisch, am festen Essplatz der Katze oder beispielsweise auf dem Kratzbaum kredenzt.

Der Esstisch ist aber auch noch aus einem anderen Grund für Katzen spannend: Er stellt einen erhöhten Aussichtsplatz dar. „Einen solchen kann man auch auf der Fensterbank einrichten“, rät Birga Dexel. Am besten schön gemütlich und kuschelig, das mögen Katzen besonders.

Spielerisch lernen

Hervorragende Dienste in Sachen Katzenunterricht kann ein Clicker leisten. Zunächst lernt die Katze, das Klick-Geräusch mit Futter zu verbinden. Ein Klick sagt ihr dann: „Das hast du richtig gemacht, jetzt komm und hol dir deine Belohnung ab“. Weil Katzen schlau sind, stellen sie schnell Verbindungen her zwischen dem Verhalten, das einen Klick verspricht und einem, bei dem kein Preis winkt. Soll die Katze also beispielsweise die offene Haustür ignorieren, öffnet man die Tür und beobachtet. Marschiert die Katze hinaus, holt man sie sanft und freundlich zurück. Geht die Katze irgendwann nur noch zur Tür hin, schaut hinaus und dreht dann wieder ab oder läuft sie gleich daran vorbei, wird geklickt und belohnt.

Geduldig sein

Auch wenn Katzen sehr schnell lernen, brauchen sie für manches mehr Zeit. Vor allem bei solchen „Kunststücken“, die dem Stubentiger anfangs Furcht einflößen. Im Transportkorb zu sitzen beispielsweise oder das ferngesteuerte Spielzeugauto des Sohnes zu tolerieren. Wichtig ist, die Katze niemals zu drängen, etwa nach dem Motto: „Du brauchst doch keine Angst zu haben“. Dann verschließt sich der Vierbeiner und macht nicht mehr mit. Die Devise heißt: Beobachten und abwarten, bis der Stubentiger von selbst das gewünschte Verhalten zeigt. Dann klicken und belohnen. Nachgeholfen werden darf allenfalls mit Leckerli oder Spielzeug als Lockmittel. Wie lange ein Training dauert, hängt von der jeweiligen Katze ab.

Aufgepasst

Manchen Katzen ist der herkömmliche Clicker zu laut, sie erschrecken oder bekommen Angst. Für solche Fälle gibt es „Soft-Clicker“, die sehr leise sind. Alternativ tun es aber auch die Geräusche eines Kugelschreibers, eines Creme-Deckels aus Alu oder ein leises Schnalzen mit der Zunge.

Tipps und Tricks für die Katzenerziehung:

  • Nicht nur verbieten, sondern attraktivere Alternativen schaffen
  • Clicker verwenden
  • Die Katze nicht zwingen oder drängen
  • Spielerisch erziehen und geduldig sein

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:

 

Leave a reply

Sie müssen eingeloggt sein um einen Kommentar abzugeben.