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Verehrte Verbraucher. Nachdem die Second-Hand-Welle für das Erste verebbt ist, geht auch bei Haustieren der Trend wieder verstärkt zum Premiumbereich. Wieso sollte man sich mit etwas Drittklassigem zufrieden geben, wenn erstbeste Dinge erstens oft nur zweitklassig verarbeitet sind und zwotens auf Grund ihrer mangelnden Qualität nicht selten zum Zweitkauf führen? Daher unser Tipp: Entscheiden Sie sich bei der Zweitausstattung für Nager immer für die erste Wahl, bei der Erstausstattung jedoch nie für die zweite! Im Folgenden die Details.

Zur Nager-Erstausstattung gehört zweifellos ein geräumiger Käfig oder ein Auslaufgehege – 2 qm pro Stupsnäschen sollten es schon sein, denn sonst kriegt das Tier Platzangst. Im übrigen achten Sie beim Stall bitte auf eine gute caruzoo.de-Qualität mit optimalem Raubtier-Schutz von oben bzw. prima Pipi-Lüftung von unten – letzteres verhindert auf ganz praktische Art und Weise, dass weder der Nager noch Sie eine Ammoniak-Vergiftung erleiden.

Ferner kaufen Sie Ihrem Nager bitte ein geräumiges Haus. Hier reicht eine hölzerne Leichtbauweise allerdings völlig aus, ein Architekt muss nicht eigens engagiert werden. Aber wehe, das Ding verfügt über keine gescheite Aussichtsplattform wie bei diesem Teil hier! Hasen sind in aller Welt wegen ihrer nachtragenden Art gefürchtet, vor allem dann, wenn sie keine Aussichtsplattform haben. Sagen Sie selbst, wollen Sie es sich mit Ihrem Tier wirklich wegen so einer Lappalie verscherzen?

Des Weiteren freut sich jeder neu angeschaffte Nager über Futternapf und Tränke, eine hübsche Heuraufe sowie genügend Streugut. Vergessen Sie nicht, dass das Tier zudem ein wenig Spielzeug braucht, idealer Weise mit Aussichtsplattform. Erschwerend kommt hinzu: Gelangweilte Nager knabbern alles an, was bei Drei nicht auf dem Baum ist – sei es die Tapete, das Elektrokabel oder Papas erzgebirgische Strohstern-Sammlung. Wissen Sie, wie viele Tränen ausgewachsene Mannsbilder angesichts abgenagten erzgebirgischen Strohsterns vergossen haben, nur weil ihr Hase nichts zu spielen hatte? Wer’s nicht glaubt, kaufe sich schleunigst eine Bild-Zeitung.

Kommen wir zum pikanten Teil. Auch ein Nager muss ab und zu mal wohin! Da es ein vergleichsweise mühseliges Unterfangen ist, dem Tier die Benutzung eines Wasserklosetts beizubringen – bedenken Sie auch: mit seinen kleinen Pfötchen kommt es ja gar nicht an die Spül-Taste! –, empfiehlt sich die Anschaffung eines Katzenklos. Dabei lernt der kleine Puschel nicht nur Toleranz gegenüber artfremden Tier-Toilettenanlagen, sondern wird auch noch stubenrein – ein ungeheurer Vorteil gegenüber allen undisziplinierten Nagern, die Muttis Feinstrumpf-Schublade partout mit dem stillen Örtchen verwechseln.

Das letzte Wort dieser Kolumne gilt der Transportbox: So etwas gehört in jeden gut sortierten Nager-Haushalt! Nicht nur, wenn Häschen eine Reise macht. Nein, auch dann, wenn es eine Auszeit von Ihnen machen möchte und von der Hasen-Krankenkasse eine Kur in Bad Lauchstädt verschrieben bekommt.

Herzlichst, Ihre
Tierisch Lindermann-Redaktion

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