Manche Tiere können Tricks, die sind einfach atemberaubend. Vor allem, wenn sie mehrere Handlungen miteinander verknüpfen. Wie lernen sie das bloß?

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Manche Tiere können Tricks, die sind einfach atemberaubend. Vor allem, weil sie so komplex erscheinen und mehrere Handlungen miteinander verknüpfen. Wie lernen sie das bloß?

Die Antwort ist so einfach wie der Trick: durch „Shaping“. Shaping heißt „Formung“ und bezieht sich auf das Formen bestimmter Verhaltensweisen. Und zwar ohne das Tier zu berühren oder ihm anderweitig zu helfen, wie etwa mit Leckerchen als Lockmittel.

Wichtig: Ein Marker

Beim „Shaping“ wird das gewünschte Verhalten, das das Tier am Ende zeigen soll, in kleine und kleinste Einzelschritte zerlegt. Das ist zugleich die eigentliche Kunst: Die Einzelschritte so klein und einfach zu halten, dass das Tier ganz von selbst von einem zum nächsten finden kann. Um dem Tier zu signalisieren, in welche Richtung sich das Ganze entwickeln soll, braucht man einen Marker. Am besten ist dafür ein Clicker geeignet.

Am Beispiel erklärt

Zunächst gilt es, sich eine Aufgabe auszudenken. Zum Beispiel: Das Tier soll eine Schublade öffnen, einen Gegenstand herausnehmen und diesen dem Tierhalter bringen. Eine solche Aufgabe ist vor allem für Hunde gut geeignet. Ratten oder Papageien und sogar Kaninchen können sie aber auch bewältigen. Weil Tiere eine Schublade am leichtesten mithilfe einer daran befestigten Kordel öffnen können, knotet man zunächst eine solche an eine sehr leichtgängige Übungsschublade. Je nachdem, was das Tier in Bezug auf die Kordel als Nächstes tut, wird entsprechend geklickt. Das Tier kann sich nähern, die Kordel einfach anschauen oder sich zufällig in der Nähe der Kordel aufhalten. Von nun an wird jedes Mal, wenn das Tier das jeweilige erste Verhalten zeigt, geklickt.

Geduldig sein und aufpassen

Bald wird das Tier merken, dass es mit der Kordel irgendetwas auf sich hat. Wenn es sich der Kordel noch nicht genähert hat, wird es das nun tun. Von jetzt an wird nur noch das Nähern geklickt, kein früheres Verhalten mehr. Schnüffelt das Tier an der Kordel, berührt es sie mit Schnauze oder Schnabel, beißt vielleicht sogar hinein, löst ein Verhalten das andere Schritt für Schritt ab. Geklickt wird dann immer nur noch das jeweils neue Verhalten. Beschnüffelt das Tier also erstmals die Kordel, wird von nun an nur noch „Beschnüffeln“ geklickt, sobald es sie mit Schnauze oder Schnabel berührt hat, „Berühren“. Ab dem ersten Hineinbeißen klickt man entsprechend nur noch „Hineinbeißen“. So lange, bis Neugier, Enthusiasmus und Spielfreude das Tier dazu verführen, einfach mal an der Kordel zu ziehen.

Mehrere Möglichkeiten

Wer mag, kann nun zunächst die Belohnung in der Schublade deponieren. Das Tier zieht sie auf, es folgt der Klick und dann nimmt es sich sein Leckerchen. Mit einem in die Schublade gelegten Gegenstand, der beispielsweise künftig apportiert werden soll, wird ebenso verfahren wie mit dem Öffnen der Schublade: Klicken für „Gegenstand anschauen“, Beschnüffeln, Berühren, Hineinbeißen, Herausheben, Wegschleppen. Damit an diesem Punkt das Apportieren besser klappt, ziehen manche Trainer diese Übung vor. Sie bringen dem Tier also zuerst das Apportieren des gewünschten Gegenstandes bei und erst danach das Öffnen der Schublade. Beide Varianten sind möglich. Genauso wie man das Tier am Ende auch noch dazu bringen kann, zur Schublade zurückzukehren, um diese wieder zu schließen.

Tipps und Tricks beim „Shaping“:

  • Clicker verwenden
  • Aufgabe in kleinste Einzelschritte zerlegen
  • Jede richtige Reaktion des Tieres auf dem Weg zum Ziel stufenweise belohnen
  • Geduldig sein und nicht „nachhelfen“

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