Wann brauche ich überhaupt einen Heimtierausweis? Und warum kostet er Gebühren, im Gegensatz zum Impfpass?

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Blau oder gelb – das ist hier die Frage. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen dem gelben Impfausweis und dem blauen Heimtierausweis? Wann brauche ich überhaupt einen Heimtierausweis? Und warum kostet er Gebühren, im Gegensatz zum Impfpass?

Der Heimtierausweis ist ein Dokument, das laut einer Verordnung der EU für Hunde, Katzen und Frettchen mitgeführt werden muss, wenn das Tier die Landesgrenzen innerhalb der EU passiert.  Ziel der Verordnung war es, das Durcheinander der Bestimmungen, die in jedem Land unterschiedlich waren, anzugleichen und damit die Gefahr einzudämmen, dass Tierseuchen, insbesondere Tollwut, über die Landesgrenzen hinaus verbreitet werden.

Der Heimtierausweis ist bei Auslandsreisen notwenig

Der Heimtierausweis bezieht sich auf alle Tierhalter, die mit Ihrem Haustier ins Ausland fahren und es dort nicht verkaufen wollen. Um Betrügereien vorzubeugen, dürfen deshalb nicht mehr als fünf Tiere mitgeführt werden, da sonst besondere Bestimmungen für den Handel mit lebendigen Tieren gelten. Für Kaninchen, Nager und Reptilien ist ein solcher Ausweis nicht erforderlich, da von diesen Tierarten keine Tollwutgefahr ausgeht.

Die Heimtierausweise sind so gestaltet, dass sie eindeutig einem Tier zugeordnet werden können. Dazu ist jeder Ausweis mit einer zentral vergebenen Nummer – ähnlich einer Personalausweisnummer – versehen. Der Ausweis kann nur vom Tierarzt oder einer anderen befugten Instanz ausgestellt werden und darf nur an Tiere ausgegeben werden, die durch einen Mikrochip unverwechselbar gekennzeichnet sind. Durch diese Besonderheiten fallen für die Ausstellung dieses Dokumentes Gebühren an, die vom Tierhalter getragen werden müssen.

Für die Kennzeichnung der Tiere sind genormte Mikrochips vorgeschrieben, die mit den üblichen Lesegeräten ausgelesen werden können. Wurde ein Tier mit einem nicht genormten Chip gekennzeichnet, ist der Halter verpflichtet ein entsprechendes Lesegerät mitzuführen.

Einreisebestimmungen innerhalb Europas

Innerhalb von Europa konnten die Einreisebestimmungen mit Einführung des EU-Heimtierausweises deutlich vereinfacht werden. Grundsätzlich gilt für jeden Grenzübertritt mit Hund, Katze und Frettchen, dass ein vollständig ausgefüllter Heimtierausweis vorliegen muss, der eine gültige Tollwutimpfung nachweist.

Die Impfung muss mindestens 21 Tage vor dem Grenzübergang erfolgt sein,  damit das geimpfte Tier ausreichend Zeit hatte einen Impfschutz aufzubauen. Und sie darf nicht länger zurückliegen, als vom Impfstoffhersteller angegeben. Diese holprige Formulierung beruht auf der Tatsache, dass es inzwischen Tollwutimpfstoffe gibt, die bis zu drei Jahren Impfschutz bieten. Wie gut die Grenzbeamten jedoch über die verlängerten Impfintervalle unterrichtet sind und Tier und Besitzer komplikationslos passieren lassen, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Auf der sicheren Seite ist man jedoch immer, wenn das Tier regelmäßig und lückenlos durchgeimpft ist.

Sonderegelungen für die Einreise gelten in Bezug auf die Tollwutimpfungen seit Beginn des Jahres auch in Schweden, Großbritannien, Irland und anderen Inselstaaten nicht mehr. Jedoch ist unbedingt zu beachten, dass in manchen Ländern eine Entwurmung vor Grenzübertritt Pflicht ist und dass einige Hunderassen nicht eingeführt werden dürfen. Ebenso gelten verschiedene Bestimmungen für die Einfuhr von Welpen unter 3 Monaten.

Eine vollständige, aktuelle und übersichtliche Zusammenstellung mit wichtigen Tipps und Hinweisen finden Sie am Ende des Textes.

Und was ist der gelbe Impfausweis nun wert?

Der Impfausweis dokumentiert lediglich den Zeitpunkt und den Umfang der durchgeführten Impfungen. Für Tiere, die nicht ins Ausland mitgenommen werden sollen, ist ein gelber Impfpass völlig ausreichend. Gegen eine geringe Gebühr können die Angaben aber auch jederzeit vom Tierarzt aus dem gelben Ausweis in einen blauen Heimtierausweis übertragen werden, sofern das Tier mit einem Mikrochip gekennzeichnet ist.

Bedenken Sie aber stets: Auch wenn auf manchen Impfausweisen das Wort International auf dem Deckblatt steht und dadurch einen weit reichenden Eindruck erweckt oder wenn Sie in ein Land außerhalb der EU reisen möchten – spätestens bei der Rückreise nach Deutschland brauchen Sie den blauen Heimtierausweis!

Link-Tipp:

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter „Einreisebestimmungen für Hunde und Katzen mit Reisetipps 2013″ von MSD Tiergesundheit.

 

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