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Das kommt darauf an. Denn Minischwein ist nicht gleich Minischwein. Die Bezeichnung „Minischwein“ ist eher als eine Art Oberbegriff anzusehen, unter dem verschiedene Rassen zusammengefasst werden können. Dazu gibt es Mischlinge der einzelnen Rassen. Einige davon werden bis zu 150 Kilo schwer, etwa die „Mini-Hängebauchschweine“. Sie sind damit am Ende alles andere als „Mini“. Das wirklich kleinste Minischwein ist der „Bergsträßer Knirps“, der ausgewachsen tatsächlich nur 12 bis 30 Kilo auf die Waage bringt. Im Mittelfeld liegen das Wiesenauer Miniaturschwein mit 20 bis 35 Kilo Endgewicht, das Münchner Miniaturschwein mit etwa 60 Kilo und das Göttinger Minischwein mit 30 bis 90 Kilo. Eber werden zumeist größer als Sauen, gelten aber entgegen dem Klischee als anhänglicher und weniger eigensinnig. Was einige Züchter als „Mikroschwein“ bezeichnen, ist keine eigene Rasse, sondern ebenfalls „Mini“. Der Begriff führt deshalb eher in die Irre, als dass er Klarheit schafft.

Augen auf beim Schweinekauf

Schweine sind toll. Sauber, katzenklo-kompatibel, verschmust, gelassen und gelehrig. Ein Schweinchen kostet etwa so viel wie ein Rassehund oder eine Rassekatze, also um die 600 bis 800 Euro. Vorsicht ist wie immer bei „Schnäppchen“ ratsam. Ferkel sind immer „Mini“, auch wenn sie es später auf 300 Kilo bringen. Wer genug Platz hat, dem kann zwar grundsätzlich egal sein, wie viel Schwein nachher durch seine Küche tapert. Die meisten wollen aber eben gerade aus Platzgründen ein Tier, das klein bleibt.

„Hopp, Sofa!“

Das vielleicht Hinreißendste an einem Schwein ist seine genießerische Ader. Schweine wissen weiche Kissen, Sofas und Streicheleinheiten genauso zu schätzen wie Hunde oder Katzen. Allerdings sind sie nicht für eine ausschließliche Wohnungshaltung gemacht. Auch dann nicht, wenn man sie regelmäßig „Gassi“ führt. Ein größerer, sicher umzäunter Garten, in dem nach Belieben getobt und gebuddelt werden darf, ist ein ebensolches Muss wie eine gut isolierte, mit Stroh gepolsterte Schutzhütte, Besuche im Wohnzimmer hin oder her. Eine Suhle sollte ebenfalls vorhanden sein. Weil Schweine klassische Beutetiere sind, brauchen sie Artgenossen, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Mindestens zwei Schweinchen müssen es also in jedem Falle sein. Wichtig: Die Haltung von Schweinen, auch die von Minischweinen, bedarf der Genehmigung durch den zuständigen Amtsveterinär. Außerdem ist sie der Tierseuchenkasse des jeweiligen Bundeslandes anzuzeigen.

Kein Schweinkram

In den Futternapf eines Minischweins gehört kein „Schweinefraß“. Auch wenn sie Allesfresser sind, als bessere Abfallverwerter taugen die Grunzer nicht. Als Hauptfutter hat sich eine Mischung aus Getreideschrot bewährt. Diese wird mit Wasser angerührt und mit einem Vitamin- und Mineralstoffpräparat für Schweine aus dem Landhandel versetzt. Dazu gibt es Obst, Gemüse und getrocknetes Brot, und zwar in bester Qualität. Regelmäßiger und ausgiebiger Weidegang ist außerdem wichtig. In Sachen Futtermenge benötigen Minischweine etwa ein bis zwei Prozent ihres Körpergewichts pro Tag. Von „echtem“ Schweinefutter sollten Halter von Minischweinen die Finger lassen, da es für die Schweinemast vorgesehen ist. Minischweine verfetten dadurch sehr schnell. Wasser muss stets zur freien Verfügung angeboten werden. Fleisch sollten die Tiere nicht erhalten.  Käse und Milchprodukte stehen im Verdacht, zu einem gesteigerten Wachstum zu führen. Als Leckerchen sind Joghurt und Co. aber hin und wieder erlaubt.

Gesundheitsvorsorge

Minischweine sind erstaunlich robust und gesund. Minirassen gab es schon immer, vor allem im asiatischen Raum. Da Schweine dem Menschen recht ähnlich sind, wurden sie irgendwann von den Versuchslabors entdeckt. Da man dort eben wenig Platz zur Verfügung hat, wurde gezielt auf den Kleinwuchs selektiert. Sollen die Schweinchen ins Haus dürfen, ist Teppichboden am besten geeignet. Darauf rutschen die Tiere nicht aus, außerdem werden die Gelenke nicht so stark belastet. Minischweine sollten zweimal im Jahr entwurmt werden. Einmal jährlich steht eine Impfung gegen Rotlauf, Parvovirose, Schweinegrippe, Tollwut und am besten auch Tetanus an.

Tipps und Tricks zu Minischweinen:

  • Minischweine nur vom seriösen Züchter oder vom Tierschutz kaufen
  • Damit rechnen, dass sie größer werden als vielleicht erhofft
  • Kein Schweinefutter aus der Mast geben
  • Viel Bewegung und Weidegang ermöglichen
  • Vor der Anschaffung notwendige Genehmigungen einholen

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