Kumpel, Kamerad, Tröster, Familienmitglied: Für viele Tierhalter ist der Gedanke unerträglich, das Haustier nach seinem Tod einfach einer Tierkörperbeseitigungsanlage zu überlassen. Doch welche Möglichkeiten gibt es für den Ernstfall?

Foto: einstein - Fotolia.com

Kumpel, Kamerad, Tröster, Familienmitglied: Für viele Tierhalter ist der Gedanke unerträglich, das Haustier nach seinem Tod einfach einer Tierkörperbeseitigungsanlage zu überlassen. Doch welche Möglichkeiten gibt es für den Ernstfall?

Wenn das geliebte Haustier stirbt, bricht daheim eine Welt zusammen. So lange Zeit haben uns unsere Tiere begleitet. Und auf einmal ist es leer und ruhig im Haus. Da versteht es sich fast von selbst, dass wir unseren kleinen Freunden einen würdevollen Abschied bereiten wollen. Immer mehr Tierfreunde beauftragen daher einen Tierbestatter mit der Einäscherung oder Beerdigung ihres tierischen Lieblings.

Professionelle Bestattungen für Tiere

Tierbestattungen haben eine lange Tradition in der Geschichte und sind keineswegs moderne Sentimentalitäten. Seit Jahren sind in den USA Tierbestattungen mit Leichenwagen, Pfarrer und Grabreden nebst Trauermusik etabliert.

Aber auch bei uns wandelt sich der Umgang mit dem Tiertod. Immer mehr Menschen entscheiden sich nach dem Ableben ihres Tieres dieses in einer der in Deutschland existierenden Kleintierkrematorien einäschern zu lassen oder sie auf einem Tierfriedhof beizusetzen. „Diese Formen der Tierbestattungen stellen eine echte Alternative zur Tierkörperbeseitigung dar“, weiß Wolfgang Nietfeld, Geschäftsführer des Kleintierkrematoriums „Rosengarten“ in Badbergen bei Osnabrück. Und ergänzt: „Vor allem die Hinterbliebenen, die keine Möglichkeit haben, ihren verstorbenen Freund im eigenen Garten beizusetzen, erhalten so für ihr Tier einen würdevollen Abschied.“

Ein fester Ort der Erinnerung

Aktuell gibt es in Deutschland etwa 150 Tierfriedhöfe. Die Nachfrage trauender Tierhalter ist groß und die Anzahl dieser letzten Ruhestätten wächst stetig. Tierbesitzer schmücken ihre Tiergräber meist  mit Gedenksteinen, Fotos und liebevollen Nachrufen ihrer großen und kleinen Gefährten. Auch bunte Windräder, Laternen und Tierfiguren finden sich auf den Gräbern. Tierfriedhöfe sind individuelle Orte der Trauer.  Die Zeremonie des Begrabens oder Einäscherns vermittelt das Gefühl des Abschlusses. Einen Abschluss, den wir benötigen, ganz gleich, ob wir um einen Menschen oder um ein Tier trauern. Und auch Psychologen bestätigen, dass die Art der Trauer, unter denen Tierhalter nach dem Tod ihres Heimtiers leiden, Parallelen zur Trauer nach dem Tod eines Menschen aufweist.

Tierbestattungen unterscheiden sich in der Regel von Humanbestattungen dadurch, dass sie nicht kirchlich begleitet werden. Oft wird von den Tierhaltern der Wunsch geäußert, die verstorbenen Tiere vor der eigentlichen Bestattung in einem eigens dafür vorgesehenen „Raum der Stille“ aufzubahren, um dort in aller Ruhe Abschied nehmen zu können.

Die Kosten

Die Kosten für eine Tierbeisetzung variieren mit der Größe des Tieres und der Art der Bestattung. Je nach Art der Einäscherung, ob nun Sammel- oder Einzelverbrennung. Außerdem richtet sich der Preis auch nach dem Gewicht des Tieres. Zwischen circa 30 und 300 Euro muss man rechnen. Dazu kommen noch die Kosten für eine Urne. Auch hier gibt es deutliche Preisunterschiede, je nach Größe, Anbieter und Hersteller. Begräbnisse auf Tierfriedhöfen sind in der Regel teurer. Je nach Betreiber, Größe des Grabes und dessen Laufzeit.

Tierhalter sollten sich frühzeitig informieren. Tierbestattungsunternehmen, die es mittlerweile in ganz Deutschland gibt, klären über die verschiedenen Möglichkeiten und Preisvariationen auf.

Link-Tipp:

Tierbestatter oder Tierfriedhöfe finden Sie beispielsweise auf der Seite vom Bundesverband der Tierbestatter e. V.


Leave a reply

Sie müssen eingeloggt sein um einen Kommentar abzugeben.