Der Trick mit dem „Klick“: Vieles geht einfacher mit dem Clicker – aber nur, wenn man ihn richtig einzusetzen weiß.

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Der Trick mit dem „Klick“: Wer ihn einmal raus hat, mag meist nicht mehr darauf verzichten. Vieles geht einfacher mit dem „Knackfrosch“ in den Händen – aber nur, wenn man ihn richtig einzusetzen weiß.

„Bei meinem funktioniert der Clicker überhaupt nicht“, wird mancher einwenden, dessen Vierbeiner diesem speziellen Zubehör in Sachen Lernhilfe bislang vielleicht nichts abgewinnen konnte. Oder der einen Vierbeiner besitzt, dessen Lernpotenzial grundsätzlich dramatisch unterschätzt wird.

Tatsächlich „funktioniert“ der Clicker bei allen Heimtieren. Das betrifft alle Hunde, alle Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse, Ziervögel – und Papageien sowieso. Selbst die schlauen Koi-Karpfen kann man damit trainieren und, die entsprechende Geduld vorausgesetzt, sogar Schildkröten.

Gewusst wie

Beim Clickertraining ist nicht der „Klick“ die Belohnung. Der Klick wird auch nie eine. Er zeigt nur an, dass jetzt gleich eine Belohnung kommt, weil das Verhalten, das „geklickt“ wurde, genau so von Herrchen oder Frauchen gewünscht war. Der Clicker verrät einem Tier also nichts weiter als „das hast du richtig gemacht, jetzt gibt es eine Belohnung“. Die wichtigste Grundregel in Sachen Clickertraining lautet deshalb: Du darfst belohnen ohne zu klicken, aber du darfst niemals klicken ohne zu belohnen.

Nicht vom Wesentlichen ablenken

Aus Grundregel Nummer eins leitet sich automatisch Grundregel Nummer zwei ab: Niemals klicken, um ein Tier von einem unerwünschten Verhalten „abzurufen“. Das passiert leicht. Zum Beispiel, wenn Bello mal wieder den Mülleimer ausräumt. Wer weiß, dass der Hund auf das Klicken immer sofort angerannt kommt, „ruft“ Bello dann gerne schnell per Klick. Mit unerwünschten Folgen. Denn, weil Bello ja weiß, dass das Klicken bedeutet „Bravo, das hast du richtig gemacht …“, wird er den Mülleimer künftig mit umso größerer Begeisterung ausräumen. Und: Wenn auf den „Klick nach Müll“ tatsächlich keine Belohnung folgt, verliert der Clicker zugleich an Wirksamkeit.

Richtig anfangen

Damit ein Tier lernen kann, was das Klicken bedeutet, muss der Clicker zu Beginn des Trainings „aufgeladen“ werden. Dazu einfach klicken und belohnen, zunächst ohne dass das Tier irgendetwas machen muss. Klick – Belohnung, Klick – Belohnung. Als Belohnung eignen sich am besten kleine Leckerchen, die nicht gekaut werden müssen und schnell abgeschluckt werden. Für Nager sind diverse Pasten ideal, die mit einem Zungenschleck weg sind. Wichtig: Während des Übens immer wieder Leckerli-Hand und Clicker-Hand tauschen. Sobald das Tier nach einem Klick ausschaut, als ob es Futter erwartet, kann mit ersten Übungen begonnen werden. Für Hunde eignen sich für den Anfang kleine Übungen wie „Sitz“, „Platz“ oder „Pfote geben“. Andere Tiere können zunächst lernen, eine Fingerspitze, einen sogenannten „Targetstab“ oder die Handfläche des Besitzers mit der Schnute oder dem Schnabel zu berühren.

Timing ist alles

Geklickt wird immer in genau dem Augenblick, in dem das Tier das gewünschte Verhalten zeigt. Durch einen Reifen springt, „Sitz“ macht, mit der Nase stupst. Da der Klick als sogennantes „Marker-Signal“ das Verhalten sprichwörtlich markiert, braucht man sich mit dem Leckerchen nicht so sehr zu beeilen, wie man es ohne Clicker müsste. Es macht auch nichts, wenn das Tier nach dem Klick etwas anderes tut, zum Beispiel herankommen, um sich das Leckerchen abzuholen. Ohne Clicker, zum Beispiel mit einem Snack, belohnt man das Verhalten, dass das Tier zuletzt gezeigt hat. Mit einem Clicker immer nur das „geklickte“ Verhalten.

Tipps und Tricks zum Clickertraining:

  • Clicker erst „aufladen“,
  • Nie klicken, ohne zu belohnen
  • Nie den Clicker bei unerwünschtem Verhalten benutzen

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