Das kennt wohl jeder: Kamera am Auge, Auslöser gedrückt. Doch die Fellnase ist unscharf oder längst aus dem Bild gerannt. Damit Tierfotos auch was werden, gibt es ein paar Tricks.

Foto: Annette Shaff - Fotolia.com

Das kennt wohl jeder: Kamera am Auge, Auslöser gedrückt. Doch die Fellnase ist unscharf oder längst aus dem Bild gerannt. Damit Tierfotos auch was werden, gibt es ein paar Tricks.

Die erste Weisheit in Sachen Tierfotografie mag desillusionieren, doch zugleich tröstet sie: Die allermeisten tollen Bilder sind schlicht und ergreifend gestellt. Gerade auch dann, wenn sie aussehen wie Schnappschüsse. Das ist ja die Kunst. Professionelle Tierfotografen lauern mit der Kamera im Anschlag. Und haben engagierte Helfer, die Mieze, Bello und Co. ein bisschen zum „Schnappschuss“ verführen.

Ohne Technik geht es nicht

Zugegeben, Kompaktkameras machen mittlerweile wirklich schöne, scharfe Bilder. Besser werden die Fotos dennoch mit Spiegelreflex-Kameras. Das liegt am Objektiv und wie es die Welt „sieht“. Kompaktkameras fotografieren das „ganze“ Bild. Sie bilden den Hintergrund also fast genauso scharf ab wie das eigentliche Motiv. Das lässt die Bilder oft unruhig erscheinen, sogar in Zoom-Einstellung. Mit einer Spiegelreflex-Kamera lässt sich der Schärfenbereich eingrenzen. Vor allem, wenn man ein Teleobjektiv verwendet. Teleeinstellung und so nah wie möglich ran ans Tier ergibt meist sehr stimmungsvolle Aufnahmen und ist besonders für Porträts empfehlenswert.

Ein Bild komponieren

Ob Kompakt oder Spiegelreflex – eine Grundmaxime ist immer gleich. Wer ein Tier fotografieren will, sollte sich auf dessen Augenhöhe niederlassen. Das Meerschweinchen sieht am schönsten aus der Froschperspektive aus. Ebenfalls wichtig: Die Schärfe muss auf den Augen liegen, es sei denn, man möchte bewusst eine Großaufnahme der Nase oder Ähnliches. Außerdem lohnt es sich, das Tier im Fokus nicht genau in die Mitte zu platzieren, sondern links oder rechts der Mitte beziehungsweise etwas oberhalb oder unterhalb der Mitte. Stimmiger werden die Fotos auch, wenn man darauf achtet, dass das Tier ins Foto hineinschaut. Hat man es im Sucher also etwas links von der Mitte platziert, sollte es leicht nach rechts blicken. Damit der Vierbeiner das auch tut, empfiehlt sich ein mit „Lockmitteln“ ausgerüsteter Helfer. Vor allem Hunde und Katzen kann man auf diese Weise zu ganz bestimmten Blicken und Blickrichtungen verleiten.

Motiv-Tipps

So schön Nahaufnahmen von niedlich dreinschauenden Tieren sind, interessanter sind Fotos, wenn der Vierbeiner gerade etwas Tolles macht. Einen Luftsprung zum Beispiel, mit fliegenden Ohren rennen oder ein anderes Tier knutschend. Letzteres klappt bei Hunden und Katzen beispielsweise mit etwas Leberwurst an den Schnuten. Ein Helfer ist hier unverzichtbar, denn kein Fotograf schafft es, das oder die Tiere zu koordinieren und gleichzeitig im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken. Das „Knipsen“ kostet eine Menge Konzentration, das Management- und Unterhaltungsprogramm für die Vierbeiner nicht weniger. Empfehlenswert ist auch, ein Tier zusammen mit attraktiven oder lustigen Objekten abzulichten. Zum Beispiel das Kaninchen Männchen machend beim Naschen am Petersilietopf oder beim Herumschleudern seines Spielzeugs. Oder Bello im Urlaub. Warum schicke Sehenswürdigkeiten nicht mit dem Hund garnieren? Der Fotograf Toni Anzenberger hat übrigens seinen Hund „Pecorino“ auf diese Weise weltbekannt und sich selbst zu einem der erfolgreichsten Fotografen gemacht.

Link-Tipp

Tipps und Tricks für tolle Tierfotos:

  • Auf Augenhöhe des Tieres gehen
  • Auf „scharfe“ Augen achten
  • Das Tier nicht direkt in die Bildmitte platzieren
  • Außergewöhnliche Bewegungsmuster oder Verhaltensweisen ablichten
  • Besondere Orte ins Foto einbeziehen

Die Redaktion wünscht Ihnen und Ihren Tieren ein schönes Osterfest und natürlich jede Menge gelungene Schnappschüsse!

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