Viele praktische Dinge aus dem Heimtierbedarf erleichtern die Pflege eines Haustiers ungemein. Allerdings gibt es auch Zubehör zu kaufen, das den Tieren eher schadet als nutzt.

Stachel-Würgehalsband / Foto: bastelheld-Fotolia.com

Viele praktische Dinge aus dem Heimtierbedarf erleichtern die Pflege eines Haustiers heutzutage ungemein. Allerdings gibt es auch Zubehör zu kaufen, das den Tieren eher schadet als nutzt.

Dass sich das gute – oder besser – böse, alte Stachelhalsband und der Würger ganz oben auf der Liste dieser Dinge finden, verwundert wohl wenig. Erst auf den zweiten Blick erschließt sich jedoch, dass auch ein hochgelobtes Brustgeschirr für Hunde vorzugsweise in den Müll gehört, das sogenannte „Antizuggeschirr“. Es besteht aus einem Halsband, an dem zwei dünne, mit der Leine verbundene Stricke angebracht sind. Diese werden unter den Achseln des Hundes hindurchgeführt. Wenn der Hund zieht, schneiden sie unter seinen Achseln ein, genau dort, wo viele Nerven eng beieinander verlaufen. Der Schmerz, der dadurch verursacht wird, ist ultimativ. Dennoch wird das Antizuggeschirr als „sanfte Erziehungshilfe“ gepriesen.

Hurtiger Hamster

„So klein, so grausam” könnte auch das Prädikat für die „Hamsterkugel“ lauten. Sie wird auch als „Joggingball“, „Hamsterball“ oder „Joggingkugel“ angeboten. Wenn der Hamster Auslauf braucht, sperre man ihn in die Kugel und lasse das Tierchen darin rennen, so der Hersteller. Dass der kleine Kerl in dem Ball weder seine Umwelt wahrnehmen noch sich ausreichend bewegen oder Hindernissen ausweichen kann, wird verschwiegen. Die Panik, die das Tierchen schiebt, ebenso. Selbst ein eigentlich gutes Laufrad kann zum Qualrad geraten, wenn man nicht wirklich aufpasst und ein zu kleines Rad kauft oder eines, in dem sich winzige Füße verfangen oder kleine Hälse erwürgen können. Wirklich fies ist auch eine ehemalige Selbstverständlichkeit in Vogelkäfigen, die immer noch gern gekauft wird: Ein Spiegel für einsame Sittiche. In ihrer Sehnsucht nach einem Artgenossen konzentrieren die Vögel ihr gesamtes Verhalten auf ein Trugbild und können dabei sogar echte Verhaltensstörungen entwickeln. Für Gesellschafter aus Plastik gilt dasselbe.

Mach dich vom Acker

Das legen sogenannte Fernhaltemittel unbelehrbaren Stubentigern ans Herz. Die Wirkung ist ohnehin äußerst zweifelhaft, hinzu kommt jedoch, dass Katzen unter widerlichen Gerüchen, nervtötenden Tönen oder gar Elektro-„Reizen“ wirklich leiden.

Die Sache mit dem Getreide

Manchmal genießen Heimtiere auch Dinge, die erst am Ende zu Leiden führen. Getreidesnacks für Kaninchen und Meerschweinchen zum Beispiel oder auch Futtermittel für Hunde und Katzen, die (zu viel) Getreide enthalten. Wer frisst, was die Natur nicht als Nahrung für ihn vorgesehen hat, kann sich über kurz oder lang sprichwörtlich krank fressen. Und weiß es nicht einmal. Auch der Mensch bringt sich vielfach mit Messer und Gabel um, wie mal jemand so schön gesagt hat.

„Erziehung“ um jeden Preis?

Sie versprechen den ultimativen Erziehungserfolg und den auch noch sofort: Sprühhalsbänder. Verglichen mit den mittlerweile verbotenen Elektroreizgeräten erscheinen sie vielen geradezu niedlich – ein Luftzug, ein Wölkchen Zitrusspray, wem sollte das schaden? Es sind jedoch weder Wölkchen noch Zitrusspray, die Schaden verursachen, sondern der Schock, den Bello erlebt, wenn das Sprühgerät ausgelöst wird. Ein Schock ist ebenso schlimm wie Schmerz, weshalb im Prinzip kein Unterschied zwischen den diversen Sprüh- und Elektroreizgeräten besteht. Ob eine Automatik „verträglicher“ ist als Handbetrieb, braucht nicht diskutiert zu werden. Denn die betroffenen Hunde können so oder so meist keinen Zusammenhang zwischen einem unerwünschten Verhalten und dem zugefügten Strafreiz herstellen. Wenn Herrchen oder Frauchen erst auf ein Knöpfchen drücken müssen, damit es sprüht, gerät das richtige Timing zum Zufallsprodukt. Und automatische Geräte, allen voran die „Anti-Bell-Halsbänder“, lösen nicht nur aus, wenn Bello bellt. Sie sprühen auch, wenn der Fernseher grölt, die Katze oder das Baby schreien oder wenn jemand bloß nach etwas ruft. Wie soll der Hund da lernen, worum es eigentlich geht?

Unser Beitrag kann leider keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Empfehlenswert ist jedoch das: Was immer auf dem persönlichen Tierzubehör-Wunschzettel steht – es schadet nichts, sich ins zu beglückende Tier hineinzuversetzen und sich den Genuss der Sache selbst einmal vorzustellen. Manchmal ist der gesunde Menschenverstand klüger als der Erfinder.

Empfehlung des Lindermann-Teams: In unserem Shop www.caruzoo.de finden Sie sorgfältig ausgewählte Produkte. Wir verzichten bewusst auf Würgehalsbänder, Katzen-Fernhaltemittel oder Plastik-Freunde für Wellensittiche.

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