Im Winter genießen Mensch und Tier ein warmes Plätzchen in der guten Stube gleichermaßen. Wenn ihnen nur die trockene Heizungsluft nicht so zusetzen würde.

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Im Winter genießen Mensch und Tier ein warmes Plätzchen in der guten Stube gleichermaßen. Wenn ihnen nur die trockene Heizungsluft nicht so zusetzen würde.

Die kann nicht nur den Zwei-, sondern auch den Vierbeinern schaden und ebenso den Federträgern. Denn erhitzte, feuchtigkeitsarme Luft trocknet die Schleimhäute aus, vor allem im Bereich der Nase, des Rachens und der Bronchien. Das steigert die Anfälligkeit für diverse Erkrankungen, weil die sogenannten Flimmerhärchen ihre natürliche Reinigungsfunktion nicht mehr richtig erfüllen können. Viren und Bakterien können so viel leichter in den Körper eindringen, gerade auch, weil sie in trockener Luft oft auch leichter aufgewirbelt und eingeatmet werden.

Warum Heizungsluft so trocken ist

Ein bisschen paradox erscheint es schon: Wie kommt es, dass warme Luft grundsätzlich trockener ist als kalte, obwohl doch jeder weiß, dass kalte Luft gar nicht so viel Feuchtigkeit aufnehmen kann wie warme? Das Geheimnis liegt in dem Wörtchen “relativ” – deshalb ist auch immer von „relativer Luftfeuchtigkeit” die Rede. Wird Luft erwärmt, steigt ihre Fähigkeit, Wasserdampf aufzunehmen: Beträgt die relative Luftfeuchtigkeit in einem kalten Raum also zum Beispiel 80 Prozent, bedeutet das, dass die Fähigkeit dieser Luft, Wasserdampf aufzunehmen, zu 80 Prozent ausgeschöpft ist.

Erwärmt man den Raum, führt das nun nicht dazu, dass plötzlich mehr Wasserdampf darin vorhanden ist. Die Menge des vorhandenen Wasserdampfs bleibt vielmehr gleich. Weil die erwärmte Luft aber viel mehr Wasserdampf aufnehmen könnte, ändert sich der Wert ihrer aktuellen „Wasserdampfsättigung”: War ihre Fähigkeit zur Wasserdampfaufnahme im kalten Zustand zu 80 Prozent ausgeschöpft, ist sie es im warmen Zustand nur noch zu (beispielsweise) 40 Prozent. Dann „saugt” die Luft sozusagen Wasserdampf von woanders her auf – eben zum Beispiel aus den Schleimhäuten der Raumbewohner.

Luft befeuchten macht Sinn

Trockener Heizungsluft kann man mit vielen Tricks entgegenwirken. Der erste betrifft das Heizen selbst. Die ideale Raumtemperatur für die allermeisten Haustiere, auch „Exoten”, liegt zwischen 18 und 20 Grad Celsius. Wer Papageien sein Eigen nennt, muss winters die Bude also keineswegs auf 26 Grad hochheizen. Wichtig ist außerdem regelmäßiges Lüften. Das sorgt nicht nur für die Zufuhr von Luftfeuchtigkeit, sondern „bläst” auch eventuell eingeschleppte Krankheitserreger zum Fenster hinaus. Das Fenster allerdings nie ankippen, sondern komplett öffnen und nach spätestens zehn Minuten wieder schließen. Haustiere nicht im „Zug” sitzen lassen, sondern in der Zeit des Lüftens gegebenenfalls in ein anderes Zimmer bringen.

Ebenfalls empfehlenswert sind spezielle Luftbefeuchter. Einige Modelle können einfach am Heizkörper aufgehängt werden. Hier darauf achten, dass Behälter und Wasser stets sauber sind, sonst kann sich eine Keimzucht entwickeln. Da elektrische Luftbefeuchter das Wasser auf über 100 Grad erhitzen, besteht bei ihnen selten Keimgefahr. Eine schöne Alternative sind auch Zimmerbrunnen. Und: Ungiftige Grünpflanzen mit großen Blättern. Sie verdunsten nicht nur Feuchtigkeit, sondern reinigen die Luft auch noch von Wohnungsgiften und Staub.

Für Mensch und Tier ist in Wohnräumen übrigens eine relative Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent optimal. Überwachen kann man sie mit einem Hygrometer.

Tipps und Tricks gegen trockene Heizungsluft:

  • Nicht zu viel heizen
  • Regelmäßig stoßlüften
  • Luftbefeuchter einsetzen
  • Ungiftige Zimmerpflanzen aufstellen
  • Ein Hygrometer aufhängen

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