Foto: Callalloo Candcy - Fotolia.com

Ein Befall mit Fliegenmaden, Myiasis genannt, wird besonders von unerfahrenen Kaninchenhaltern oftmals zu spät entdeckt. Haben sich die Maden erst einmal auf dem Vierbeiner angesiedelt, können sie schnell großflächige Gewebeschäden anrichten. Bei entsprechender Obacht lässt sich ein Befall jedoch verhindern.

Fliegen legen ihre Eier überall dort ab, wo sie eine gute Nahrungsgrundlage für ihren Schlupf erwarten: eine warme, feuchte und proteinreiche Umgebung ist daher für Fliegen jeder Art optimal. Und genau diese Gegebenheiten finden sich bei allen Kaninchen, die unter Durchfall oder Harninkontinenz leiden, kleine Hautverletzungen haben oder sich in ungenügend gereinigten Stallungen befinden. Besonders gefährdet sind Kaninchen, die sich in Außenstallungen aufhalten und nicht täglich durch ihre Besitzer inspiziert werden.

Risikofaktor Durchfall

Verschmutztes Fell, nasse Einstreu und wenig Platz sind die Risikofaktoren, die immer wieder Madenbefall begünstigen. Dass ein verkotetes Hinterteil oder ein schlecht gereinigter Käfig Fliegen anzieht, ist jedem bekannt. Kommen dann noch Faktoren dazu, die das Immunsystem schwächen oder die Haut schädigen, haben die frisch geschlüpften Fliegenmaden leichtes Spiel unter die Haut zu gelangen und das Kaninchen bei lebendigem Leibe anzuknabbern. Stress, zum Beispiel durch Rangordnungskämpfe und daraus entstehende Verletzungen begünstigen die Krankheit ebenfalls.

Es ist nicht erstaunlich, dass die Region am Hinterteil besonders gefährdet ist, da sich hier am ehesten Kot, Schmutz und Feuchtigkeit halten. Durchfall erfordert daher immer eine erhöhte Aufmerksamkeit. Die Fliegeneier schlüpfen je nach Temperatur innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen und entwickeln sich derart rasant, dass ein Madenbefall in kurzer Zeit erschreckende Dimensionen annehmen kann.

Der Madenfraß ist oft von außen nicht immer sofort sichtbar. Das Tier selbst zeigt allgemeine Krankheitszeichen, wie Appetitlosigkeit, Schlappheit und eventuell Fieber. Wird ein Kaninchen jedoch beim Spielen oder Kuscheln von den Besitzern regelmäßig abgetastet, fällt ein Madenbefall sehr schnell auf und ist im Frühstadium auch noch gut behandelbar.

Bei Madenbefall immer gleich zum Tierarzt

Die befallenen Stellen müssen umgehend ärztlich versorgt werden. Zunächst werden alle von außen zugänglichen Maden abgesammelt. Dann wird unter Narkose das umgebende Gewebe untersucht um die Ausmaße des Madenfraßes festzustellen und gegebenenfalls operativ zu versorgen. Das Kaninchen wird mit einem Anitparasitikum behandelt und zusätzlich mit Antibiotikum versorgt. Je nach Schwere des Befalls sind die Heilungschancen gut, wenn das Kaninchen intensiv versorgt wird und die Haltungsbedingungen verbessert werden.

Aufmerksamkeit ist alles

Madenbefall bei Kaninchen ist aber grundsätzlich vermeidbar. Eine artgerechte Haltung, konsequente Sauberkeit und ein regelmäßiger Körpercheck des Vierbeiners, vor allem am Popo und in Bezug auf mögliche Wunden, sind die beste Vorbeugung.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:

 

Leave a reply

Sie müssen eingeloggt sein um einen Kommentar abzugeben.