Kastration männlicher Tiere Die Kastration eines Rammlers ist bei der privaten Kaninchen Haltung enorm wichtig. Hasen haben einen natürlichen, sehr stark ausgeprägten, Sexualtrieb. Um Nachwuchs zu verhindern müssten Sie den Herrn alleine halten, als Rudeltier nicht das schönste Dasein. Zusammen mit einem anderen Rammler käme es zu permanenten Macht- und Revierkämpfen, die dann selbst Möhren nicht schlichten könnten. Mit einem geschlechtsfähigen Weibchen in einen Käfig gesteckt, verfügen Sie über eine nicht endende Nachwuchsquelle. Aber auch das Zusammenleben mit einem kastrierten Weibchen ergibt eine, für beide Parteien, nicht wirklich erfüllende Kopplung. Der Eingriff an sich ist nicht ganz so aufwändig wie der einer Weibchen-Kastration. Entfernt werden dem Hasen nur die Hoden. Es gibt zwei Möglichkeiten: Zum einen die Frühkastration bis zur 12ten Lebenswoche. Hasi hat bis dato die Pubertät also noch nicht beendet. Sowohl Revierkämpfe  als auch Markierungsverhalten werden im Anschluss unwahrscheinlich. Zum anderen gibt es die Kastration ab der Geschlechtsreife, also ab der 12ten Lebenswoche. Viele Ärzte bevorzugen diese Form, weil die Hormonentwicklung dann zu großen Teilen abgeschlossen ist und sich die Hoden einfacher entfernen lassen. Zu beachten ist aber zwingend, noch 6 Wochen nach dem Eingriff, eine Paarung mit Weibchen zu vermeiden. Genau so lange sind die Pistolen nämlich noch geladen, wenn sie verstehen was wir meinen. Die Nachsorge In der Regel können sie Ihr Schlappohr noch am OP-Tag zurück nach Hause holen. Wichtig hierbei ist, dass das Tier wieder vollständig bei Sinnen ist. Hoppelhasi fühlt sich im gewohnten Umfeld natürlich wohler, aber ein noch immer sediertes Tier lassen sie besser zur Beobachtung in der Praxis. Der Aufwachprozess birgt einige Gefahren auf die geschulte Personen souveräner reagieren können. Betten sie Hasi weich, auf Decken oder Handtüchern. Wärme kommt auch gut an. Sie können über eine lauwarme Wärmflasche nachdenken. Um Entzündungen vorzubeugen ersetzen Sie das Einstreu die ersten Tage durch Handtücher. Die Wunde muss täglich kontrolliert werden, denn die beste Heilung verspricht eine saubere und trockene Wunde. Schwellungen kommen durchaus mal vor. Sekretbildung, Blutungen und Infektionsanzeichen sollte jedoch schnellstmöglich der Tierarzt begutachten. Unterbinden sie auch, dass Ihr Tier an den Fäden nagt. In Extremfällen basteln sie einfach einen Karnickel-Body. Dazu braucht’s nur eine saubere Socke und eine Schere. Die meisten Tiere werden erstmal Pause machen und ruhen. Bieten Sie Futter an, am besten Grünfutter wie Karottengrün, Petersilie oder Löwenzahn. Empfehlen können wir Ihnen die JR Grainless Kräuterolis. Lecker, runde Grünzeug-Lieblingsfutter-Kandidaten in den Sorten Löwenzahn/Sonnenblumenkern oder Petersilie/Himbeere. Genau das Richtige für ausgehungerte Wundenlecker. Nach 10 Tagen sollte sich Ihr Hase oder Kaninchen von den Blessuren erholt haben, die Fäden gezogen und Hoppel-Hasi wieder fit für neue Abenteuer sein. Wir wünschen Gute Besserung! Herzlichst, Ihre Tierisch Lindermanns-Redaktion

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