Frischkost für Kaninchen und Meerschweinchen; Foto: Steuge, Fotolia

Frischkost für Kaninchen und Meerschweinchen; Foto: Steuge, Fotolia

Abwechslungsreich soll die Ernährung sein. Dabei wird vor so vielem derart eindringlich gewarnt, dass manche Halter sich scheuen, Meerschweinchen und Kaninchen mal was ganz Neues zu füttern.

Vertragen sie es oder vertragen sie es nicht? Eine häufige Frage, der sich Meerschweinchen- und Kaninchenhalter gegenüber sehen. Und weil sicher nun mal sicher ist, folgt er dann oft doch – der Griff ins Regal von Supermarkt und Zoohandlung. Alles drin, alles dran, alles schick. Dabei lassen sich Kaninchen und Meerschweinchen gerade im Sommer zum Nulltarif vitaminreich aus der Natur ernähren. Und vor allem in Sachen Gemüse, das im Winterhalbjahr die fade Trockenkost aufpeppt, lohnt sich eine kleine Prise Mut zum Ausprobieren.

Vorab ein grundsätzliches „Aber“

Was immer man seinen munteren Hopplern und quietschenden Wackelpopos auftischt, eine Grundregel gilt es zu beachten: Auch Tiere sind Individuen, und was das eine ohne negative Auswirkungen massenhaft in sich hineinschaufeln kann, mag bei einem anderen Übles hervorrufen. Tiere unterscheiden sich insoweit nicht von Menschen – dem einen schmeckt’s, dem anderen fällt es wieder aus dem Hals. Oder macht Bauchschmerzen. Daher die zweite Grundregel: Alles, was neu ist, zunächst als Kostprobe füttern, als kleines Leckerchen. Und schauen, was dabei am Ende sprichwörtlich herauskommt. Bleibt alles, wie es sein soll, darf sich der Speiseplan ein ums andere Mal bereichert fühlen. Oder eben auch nicht.

Von Gaumenfreuden & Vitaminbomben

Vorneweg: Sehr viel vitaminreicher als Gemüse aus dem Supermarkt sind frische Kräuter von der Wiese oder aus dem Wald. Und Mutter Natur hat hier den Tisch mehr als reichlich gedeckt. Also: Ran ans grüne Buffet zum Nulltarif – allerdings nur, wenn Sie die essbaren Kandidaten einwandfrei von ähnlich aussehenden Giftpflanzen unterscheiden können! Geeignet sind sämtliche Arten von Gräsern, Löwenzahn, Breit- und Spitzwegerich, Vogelmiere, Giersch und Gänseblümchen, Kamille und Luzerne, Ringelblumen, Rosen, Schafgarbe oder Hirtentäschelkraut. Selbst Brennnesseln munden, wenn man sie rascheltrocken werden lässt. Auch bei Brombeerblättern, Heckenrosen (mit Hagebutten) und Zweigen von Haselnuss, wilden Blaubeeren, Obstgehölzen, Linden und Weiden dürfen die Knabberer zulangen. Erlaubt ist im Prinzip alles, was nicht giftig ist. Gebremst werden sollten die Mümmelmänner und -schweinchen nur in Sachen Sauerampfer und Klee. Ampfer enthält viel Oxalsäure, die als Überdosis dem Körper Kalzium entziehen kann. Klee in rauen Mengen verursacht gerne Blähungen. Meiden braucht man beides dennoch nicht. Es sollten nur nicht ganze Mahlzeiten ausschließlich daraus bestehen. Das gilt im Übrigen auch für die Mümmlerkost insgesamt.

Sollten Sie sich in Sachen Wildpflanzen nicht wirklich auskennen, erkundigen Sie sich in Ihrer Stadt oder Gemeinde am besten mal nach sachkundigen Kräuterführungen. So manches schmackhafte Grün können Sie sich dann übrigens auch gleich selber in den Salat schnippeln.

Her mit dem Gemüse

Wer einen Garten hat, kann die Pflanzen selber ziehen, alle anderen dürfen vegetarisch einkaufen. Die allermeisten Gemüsesorten können zumeist ohne Bedenken an Kaninchen und Meerschweinchen verfüttert werden. Dabei gilt: auf Abwechslung achten, sodass von vielem etwas auf dem Teller liegt. Es sollte pro Tag nicht ausschließlich eine Gemüse- oder Obstsorte angeboten werden. Dann sind tatsächlich Probleme vorprogrammiert. Wer von keiner Sorte zu viel verfüttert, kann Sellerie und Möhren, Petersilie, Dill und Basilikum, Brokkoli und Blumenkohl, Kohlrabi, Grünkohl und Zuckerschoten, Gurke und Zucchini, Fenchel und Kürbis (ausgenommen Zierkürbisse), Pastinaken, Petersilienwurzeln, Portulak und Radieschenblätter, Kohlrüben und Topinambur verfüttern. Sogar Bio-Kartoffelschalen dürfen hin und wieder gegeben werden. Letztere bieten sich im Winter sogar besonders an, wenn Kaninchen in Außenhaltung leben. Die enthaltene Stärke liefert Energie. Gekocht sind die Schalen leichter verdaulich. Wichtig: Wieder alles in Maßen. Auch Maiskolben (mit grüner „Verpackung“) dürfen übrigens in den Speiseplan aufgenommen werden. Nicht zuletzt tut ein wenig Obst gut. Wieder nicht zu viel füttern und nur einheimisches Obst der jeweiligen Saison wählen. Und: Auch in Sachen Gemüse kann es Giftiges geben. Grüne Stellen in Kartoffeln beispielsweise. Auch Avocados und Auberginen vertragen Kaninchen und Meerschweinchen überhaupt nicht. Was für den Ampfer gilt, gilt auch für Blattspinat, Rote Beete und Mangold sowie analog auch für Salate und Rucola. Die enthalten zwar keine Oxalsäure, dafür aber zu viel Nitrat. Meiden sollte man zudem Rotkohl, Weißkohl, Rosenkohl und Wirsing sowie Lauch, Zwiebeln und Hülsenfrüchte.

Tipps und Tricks zur abwechslungsreichen Kaninchen- und Meerschweinchenernährung:

  • Erst mit kleinen Mengen auf Verträglichkeit prüfen
  • Die Mischung macht’s: Niemals eine Komponente allein in rauen Mengen füttern (außer Heu!).

 

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