Hasen und Kaninchen sind so verschieden, dass man sie untereinander nicht mal kreuzen kann. Aber wer ist nun wer?

Foto: Carola Schubbel - Fotolia.com

Kaninchen sind klein, Hasen groß. Stallhasen sowieso. Denkste! Hasen und Kaninchen sind so verschieden, dass man sie untereinander nicht mal kreuzen kann. Aber wer ist nun wer?

Hasen und Kaninchen sind so verschieden, dass man sie untereinander nicht mal kreuzen kann. Aber wer ist nun wer?

Feldhase / Foto: Jens Klingebiel - Fotolia com

Weltweit gibt es über 70 Arten von Hasen und Kaninchen. In Deutschland nur drei: Schneehase, Feldhase und Wildkaninchen, dessen domestizierte Form das Hauskaninchen ist. Mit Hasen in einen Topf geworfen werden Kaninchen zumeist nur, wenn sie besonders groß sind. Die Größe ist tatsächlich allerdings kein Unterscheidungsmerkmal. Obwohl Hasen oft deutlich größer sind als Kaninchen. Hasen erscheinen im Vergleich jedoch eher „schlacksig“. An ihnen existiert nichts Rundes, „Knuffiges“ mehr, wenn sie dem Babyalter entwachsen sind. Alles an ihnen ist länger und mehr auf Geschwindigkeit ausgerichtet: Läufe, Kopf und Rumpf und vor allem die Ohren. Nur bei Hasen besitzen diese übrigens auch schwarze Spitzen.

Schau mir in die Augen, Kleines

Ein tiefer Blick in schöne Augen verrät: Kaninchens „Gucke-Lichter“ sind dunkel, meistens dunkelbraun, manchmal auch blau. „Hasi“ dagegen hat helle, fast gelbe Augen. Beinahe wie eine Katze. Ein Hase baut auch keine Höhlen für sich und seine Lieben. Seine Jungen wirft er in kahlen Mulden, woraufhin die Kleinen auch sogleich in alle Himmelsrichtungen auseinanderhoppeln. So ist die Gefahr, dass der ganze Wurf auf einmal einem Fressfeind zum Opfer fällt, am geringsten. Den ganzen Tag über sind Hasenkinder auf sich allein gestellt. Nur einmal in 24 Stunden kommt Mama für ein paar Minuten zum Säugen vorbei. Wer also Hasenkinder auffindet, deren Mutter nirgendwo zu sehen ist, muss sich nicht gleich Sorgen machen.

Ich bleib im Nest

Kaninchenbabys haben es da wohl bedeutend besser. Und leisten sich deshalb auch jede Menge Hilflosigkeit. Während Hasenjunge als „Nestflüchter“ fix und fertig geboren werden, kommen Kaninchen nackt, blind und taub zur Welt. Mama baut ein herrlich weiches Nest unter der Erde und sorgt sich rührend um ihre Kleinen. Da könnte so manches Hasenkind schon mal neidisch werden.

Auf den Zahn gefühlt

Hasen und Kaninchen sind so verschieden, dass man sie untereinander nicht mal kreuzen kann. Aber wer ist nun wer?

Wildkaninchen / Foto: Eduardo Rivero - Fotolia com

Ganz gleich wie ähnlich sie einander bei allen Unterschieden sehen: Ein Hase ist immer ein Hase, ein Kaninchen immer ein Kaninchen. Verwandt sind sie dennoch miteinander. Wenn auch nur so weit entfernt, dass sie keinen gemeinsamen Nachwuchs produzieren können. Nicht mal unfruchtbaren Nachwuchs.

Hasen und Kaninchen bilden unter den Säugetieren eine eigene Ordnung: Lagomorpha, „Hasenartige“. Hasenartige gehören nicht zu den Nagetieren (Ordnung Rodentia). Nur der Einfachheit halber werden sie umgangssprachlich und im Bereich des Zoohandels in die Kategorie „Nager“ integriert.Das Gebiss der Hasenartigen weist gegenüber den echten Nagern eine Besonderheit auf: Hinter den vorderen großen Schneidezähnen besitzen alle Hasenartigen zwei zusätzliche kleine Stiftzähne. Solche haben Nager nicht. Bei Hasenartigen sind zudem alle Schneidezähne komplett von Zahnschmelz ummantelt. Nager-Schneidezähne besitzen nur an der Vorderseite Zahnschmelz.

Lieber tot als zahm

Der sprichwörtliche „Angsthase“ ist übrigens eine Erfindung der jüngeren Zeit. Früher sah man die Scheu des Hasen als hoch zu schätzende Qualität an: als das Streben nach Freiheit. Entsprechend galt der Hase einst auch als Symbol für Freiheit. Tatsächlich lassen sich Hasen nicht zähmen. Deshalb gibt es keine Hasen im Zoo. Wird ein Hase gefangen und eingesperrt oder als Waise aufgepäppelt und dann nicht wieder freigelassen, bezahlt er das über kurz oder lang mit seinem Leben. Kaninchen dagegen haben sich nicht nur zähmen, sondern sogar domestizieren lassen.

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