Kaninchen und Meerschweinchen artgerecht ernaehren; Foto: Steuge, Fotolia.com

Kaninchen und Meerschweinchen artgerecht ernaehren; Foto: Steuge, Fotolia.com

Fertigfutter oder nur Heu und Gemüse? Vor allem Neu-Halter von Kaninchen und Meerschweinchen sind damit oft überfragt. Dabei ist die optimale Fütterung von Kaninchen und Meerschweinchen recht einfach – wenn man ein paar Dinge beachtet.

Bei kniffligen Dingen in Sachen Tierhaltung werfen Tierärzte gerne einen Blick in die Natur – nicht anders verhält es sich bei der Frage nach möglichst arttypischer Ernährung.

Auf die Herkunft kommt es an

Was Kaninchen und Meerschweinchen auf dem Teller haben sollten, verrät ein Streifzug durch die Lebensräume ihrer wilden Vorfahren. Kaninchen waren ursprünglich in Spanien beheimatet. Ihnen verdankt das Land auch seinen Namen: „Span“ ist das karthagische Wort für „Kaninchen“. Übrigens: Auch zahlreiche Hunderassen, deren Ur-Ur-Ahnen eigentlich aus Spanien stammten, bellen im Zeichen des Kaninchens – die Spaniel. Meerschweinchen wiederum kamen einst aus Südamerika. Und in den natürlichen Habitaten von Kaninos und Meeris regiert schlichtweg Küchenmeister Schmalhans. Beide Tierarten verzehren in der freien Wildbahn karge Kost, primär in Form von Gräsern und Kräutern. Wer also schon rein genetisch an eine magere, rohfaserreiche Ernährung angepasst ist, dem wird ein kohlenhydratreiches Schmankerl – schon rein logisch betrachtet – schwerer im Magen liegen.

Das ewige Thema: Getreidefutter – ja oder nein?

Auch hier sitzt der Teufel im Detail: Getreide enthält einen sehr hohen Anteil an Kohlenhydraten, die zwar schnell ein befriedigendes Sättigungsgefühl bei beiden Tierarten erzeugen, aber auf Dauer dick und sogar krank machen. Vor allem dann, wenn wegen der fix hergestellten Sättigung zu wenig Heu gegessen wird.

Besonders in Fertigfutter sind oft Getreidekroketten enthalten. Für die Tiere sind sie ungefähr so wertvoll wie Kartoffelchips. Zudem befinden sich Zutaten in getreidehaltigem Futter, die die Mümmler und Quieker gar nicht brauchen oder sogar schädlich sind. Zucker gehört beispielsweise dazu. Das, was vorrangig im Futter drin sein sollte, fehlt häufig ganz oder lässt sich mit der Lupe suchen.

Viele Profi-Halter verzichten deswegen mittlerweile oft ganz auf die Fütterung von Getreidefutter oder -snacks. Die Alternative: getreidefreie Heu- und Kräuter-Pellets. Empfehlenswert ist beispielsweise „JR Farm Grainless Complete“, nicht extrudiertes, vitales Futter für Kaninchen und für Meerschweinchen mit Vitamin C.

Grundnahrungsmittel Heu

Langhalmiges Heu ist das Grundnahrungsmittel für Kaninchen und Meerschweinchen – nicht nur für die Verdauung, sondern auch für einen optimalen Zahnabrieb. Sie müssen es ständig zur Verfügung haben und dürfen davon so viel fressen wie sie wollen. Portionen an Gemüse und Obst runden das Menü ab. Der Anteil an Gemüse sollte dabei größer als an Obst sein. Wichtig: Abwechslungsreich füttern.

Da beide Tierarten ein höchst empfindliches Verdauungssystem haben und Durchfall schon innerhalb von wenigen Tagen zum Tod führen kann, sollte bei der Verfütterung neuer Gemüsesorten jedoch immer erst mit größter Obacht angefüttert werden. Besondere Vorsicht sollte man bei diversen Kohlsorten walten lassen.

Unerfahrene Kaninchen- oder Meerschweinchenhalter sollten in der Anfangszeit möglichst auf Nummer sicher gehen und auf heimische Klassiker zurückgreifen, die ungespritzt, gut gewaschen, handwarm und abgetrocknet angeboten werden (die Grund-Auswahl finden Sie am Ende des Textes). Bei Meerschweinchen ist darüber hinaus Vitamin-C-haltige Frischkost unabdingbar.

Solange in der Natur Grünes sprießt, können Tierbesitzer zum Nulltarif heimische Wildkräuter wie beispielsweise Löwenzahn oder Spitzwegerich anbieten. Sammeln Sie allerdings fernab von befahrenen Straßen und nur dann, wenn Sie sich in der heimischen Botanik auch auskennen. Das Gleiche gilt für ungespritzte Zweige von Obstbäumen, Weide oder Haselnuss. Nehmen Sie im Zweifel lieber unbehandelte Nagehölzer aus dem Tierhandelsbedarf.

Frischkost-Tipps für Einsteiger im Überblick:

Grundsätzlich gilt: Gemüse und Obst, das eingelagert wurde oder ein paar Tage herumliegt, büßt schnell seinen Vitamingehalt ein. Am besten frisch geerntete Frischkost wählen und immer marktfrisch servieren.

Gemüse: Karotten & Kraut, Fenchelknolle & Kraut, Sellerie als Stange oder Wurzel, Chicoree, Paprika, Salatgurke, Dill, grobblättrige Petersilie, Petersilienwurzel

Obst: Apfel, Birne

Eine Extraportion Vitamin C für Meerschweinchen bieten besonders:  grüne Paprika, Bio-Äpfel mit Schale aus frischer Ernte, Fenchel, Petersilie

Tipps und Tricks zur Grundernährung von Kaninchen und Meerschweinchen:

  • Täglich frisches, langhalmiges Heu zur freien Verfügung anbieten
  • Ergänzend, je nach Jahreszeit, Gemüse, Kräuter und etwas Obst füttern
  • Wenn Fertigfutter, dann nur getreidefreies, nicht extrudiertes Futter geben

Tipp vom Lindermanns-Tierwelt-Team: Im caruzoo Shop gibt es eine große Auswahl an Kleintierfutter.
Diese Themen könnten Sie auch interessieren:

 

Leave a reply

Sie müssen eingeloggt sein um einen Kommentar abzugeben.