Impfen von Hund und Katze ist für die meisten Tierhalter eine Selbstverständlichkeit. Aber auch Kaninchen sollten vor  Viruserkrankungen geschützt werden.

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Sobald es wärmer wird, beginnt auch wieder die Saison für Mücken, die unseren Kaninchen als Krankheitsüberträger für Myxomatose gefährlich werden können. Bei der Schutzimpfung im Frühjahr sollte man seine Mümmelmänner bei der Gelegenheit auch gleich gegen RHD impfen lassen.

Myxomatose und RHD – beide Kaninchenseuchen sind in Deutschland weit verbreitet und sorgen immer wieder für große regionale Verluste bei Kaninchen. Und zwar nicht nur in Zuchten, sondern auch bei Heimtieren. Um sich unnötigen Kummer zu ersparen, empfehlen sich daher entsprechende Schutzimpfungen.

Kritische Verdachtsmomente

Die ersten Krankheitsanzeichen können sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein. In der typischen Form erscheint Myxomatose wie eine „heftige Erkältung“ – mit geschwollenen Augen sowie Augen- und Nasenausfluss. Ebenso verdächtig sind Schwellungen im Ohren-, Nasen-, Mund- und Genitalbereich, die sich durch Flüssigkeitsansammlungen in der Unterhaut bilden.

Die Symptome bei RHD (aus dem Englischen: Rabbit Haemorrhagic Disease, auch Chinaseuche genannt) reichen wiederum vom allgemeinen Unwohlsein und apathischem Verhalten mit Fressunlust bis zum plötzlichen Erstickungstod.

Gefahrenquellen und grundlegende Vorbeugung

Hauptüberträger sind Stechmücken und andere blutsaugende Insekten. Bei stark erhöhtem Aufkommen von Erregern in der direkten Umgebung sind die Krankheiten allerdings auch durch Schmier- und Tröpfcheninfektionen übertragbar. Da es sich um Virusinfektionen handelt, ist eine gezielte Therapie gegen den Erreger nicht möglich. Hygiene kombiniert mit vorbeugenden Maßnahmen sind also ein gutes Bollwerk für ein langes und gesundes Kaninchenleben.

Auf Nummer sicher gehen

Durch die frühzeitige und regelmäßige Impfung wird das Immunsystem der Tiere auf die Erreger vorbereitet. Im Falle eines Erreger-Kontaktes hat es dann sozusagen bereits „Erfahrung“ und einhergehend einen entsprechenden „Kampfplan“ parat, um den unerwünschten Eindringlingen wirkungsvoll den Garaus zu bereiten.

Aber: In stark betroffenen Regionen können auch geimpfte Kaninchen erkranken. In Gebieten, in denen die Krankheiten fortwährend gehäuft auftreten, sollten deshalb die Hygieneregeln besonders genau eingehalten werden: Schützen Sie Ihre Tiere vor Stechmücken und Fliegen, beispielsweise mit Insektenschutzgittern oder -netzen. Verfüttern Sie in diesem Fall kein selbst gepflücktes Grünfutter, denn es kann durch infizierte Wildkaninchen kontaminiert sein. Und: Sichern Sie Kaninchenfreiläufe so ab, dass kein Kontakt zu Wildkaninchen stattfinden kann.

Impf-Tipps

Laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission Veterinär (StIKo Vet.), einer Vereinigung von Wissenschaftlern und Tierärzten, wird die regelmäßige Impfung von Heim- und Zuchtkaninchen nach folgendem Impfschema empfohlen: Grundimmunisierung ab der 4.-6. Lebenswoche, mit einer Auffrischung nach 4 Wochen. Die Wiederholungsimpfung gegen Myxomatose sollte alle 6 Monate und in stark betroffenen Gebieten sogar alle 4 Monate erfolgen. Gegen RHD wiederum ist eine Impfung im 12-Monate-Rhythmus angeraten.

In Zuchten weitere Impfung sinnvol

Für Züchter wird zusätzlich eine Impfung gegen Kaninchenschnupfen empfohlen. Werden trächtige Kaninchen im ersten Drittel der Schwangerschaft geimpft, kann damit die Konzentration von Antikörpern in der Muttermilch erhöht werden. Das bietet Kaninchen-Babys nach der Geburt einen besonders wirkungsvollen Schutz.

Link-Tipp:

Auf der Webseite des Impfstoffherstellers IDT finden Sie Informationen zu aktuellen Myxomatose- und RHD-Meldungen 2012 in Deutschland.

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