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Auch geräumige Käfige werden einem Kaninchen in seinem Bewegungsdrang kaum gerecht. Wer seine Hoppelmänner rundum glücklich machen möchte, ermöglicht ihnen täglich Auslauf – mindestens eine Stunde pro Tag.

Es ist ein Riesenspaß, Kaninchen bei ihrer Luftakrobatik zuzuschauen. Besonders die „jungen Wilden“ rasen und springen geradezu zirkusreif durchs Zimmer. Das ist Lebensfreude pur.

Dabei trainieren die hoppelfreudigen Vierbeiner nicht nur ihre Fitness, sondern üben auch das überlebenswichtige Zick-Zack-Hakenschlagen, mit dem in der freien Wildbahn hungrige Beutegreifer elegant durch blitzschnellen Richtungswechsel ausgetrickst werden.

Entdeckertouren für Fellnasen

Kaninchen sind wahnsinnig neugierig und freuen sich, wenn der Halter mal ein paar neue, spannende Dinge in seiner Wohnung auf den Markt wirft. Präsentieren Sie Ihren tierischen Mitbewohnern doch mal einen Spieletunnel für Kaninchen oder einen Rascheltunnel für Katzen. Kaninchen sind Höhlen-Fans und werden davon völlig begeistert sein.

Statten Sie Ihre Wohnung in versteckten Ecken auch ruhig mit ein paar wohlfeilen Snacks aus: Das kann ein kleines Bündel grobblättriger Petersilie oder ein Stück Möhre sein. Ein Kaninchen, das weiß, dass es immer irgendetwas Neues zu entdecken gibt, wird sich umso mehr mit Begeisterung durch die Wohnung bewegen.

Darüber hinaus gibt es im Zoofachhandel Quietschetiere, Intelligenzspielzeuge und Abenteuerlandschaften für Kaninchen, die ebenfalls für Stimmung sorgen.

Und natürlich sollte man sich auch immer wieder aktiv mit seinen Tieren beschäftigen. Kaninchen lassen sich beispielsweise hervorragend mit einem kleinen Plüschbären foppen. Die selbstbewusste Gegenattacke wird nicht lange auf sich warten lassen.

Richtig ambitionierte Kaninchenhalter betreiben wiederum das sogenannte „Kaninhop“, ein Agility-Sport mit Hindernis-Parcours speziell für Hoppelmänner. Das eignet sich aber nur für sehr erfahrene Kaninchenhalter und Vierbeiner mit ausgesprochen „coolem“ Gemüt.

Grundsätzlich: Die Zeit für ausgiebige Sprungmanöver, fröhliches Herumtoben und spannende Entdeckertouren sollte täglich schon mindestens eine Stunde betragen.

Vorsicht: „Kommando Kabelkiller“ im Anmarsch

Vor der Nageleidenschaft der Mümmelfraktion sei gewarnt: Oftmals müssen beim Ausflug Holzmöbel oder gefährliche Stromkabel von Computer, Telefon und Co. dran glauben. Übrigens: Rumgemeckere beeindruckt gestandene Kaninchen überhaupt nicht. Sobald Sie sich umdrehen, wird fleißig weiter gehobelt.

Versierte Kaninchenfreunde verlegen Kabel in der Wohnung lieber gleich hinter Bodenleisten, damit die Hoppelmänner gar nicht erst auf schräge Gedanken kommen. Wem das alles zu umständlich ist, bleibt nichts anderes übrig, als die tolldreisten Racker schlichtweg im Auge zu behalten.

Setzen Sie Ihre Kaninchen, die kurz davor sind, Unfug zu treiben, daher behutsam an eine andere sichere Stelle in der Wohnung. Behutsam heißt: Wenden Sie immer den sicheren Kaninchengriff an. Dabei befindet sich eine Handfläche unter dem Brustkorb Ihres Vierbeiners, die andere stützt das plüschige Hinterteil.

Und im Sommer geht’s nach draußen

Eine richtig schöne Abwechslung mit reichlich Frischluft bietet das sommerliche Freigehege im Garten oder auf dem heimischen Balkon. Achten Sie aber darauf, dass auf dem Balkon oder am Standort im Garten nicht ständig der Wind um die Ecken bläst oder die Sonne direkt auf den Käfig scheint.

Wer für den Außenkäfig nicht selbst Hand anlegen will: Praktische Fertigelemente gibt es im Zoofachhandel. Damit die flinken Zeitgenossen nicht hinausspringen können und auch Greifvögel keine Chance haben, wird der Käfig mit einem Gitter abgedeckt. In Schrebergärten sollte zudem darauf geachtet werden, dass der Käfig bombensicher gegen einbruchsfreudige Marder und Füchse aufgerüstet wurde.

Wie auch im Wohnungskäfig gehören ins Außengehege stabile Futter- und Wassernäpfe und Heutunnel oder Grashäuser zum Verstecken. Auch Weidenbrücken eignen sich prima für die individuelle Einrichtung. Und: Bieten Sie eine größere Kiste mit Bio-Erde an. Kaninchen buddeln für ihr Leben gerne.

Wohnungskaninchen können bei moderaten Temperaturen von Frühjahr bis Herbst regelmäßig ihr Sommerdomizil beziehen. Voraussetzung ist aber, dass den Vierbeinern auch bei Kurzaufenthalten draußen Unterschlupf-Möglichkeiten zur Verfügung stehen, die sie vor Nässe und Hitze schützen.

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Ein Kommentar

  • Sehr informativer Artikel. Ich lasse Merlin auch oft abends frei rumlaufen. Er hat auch ein Katzenklo in der Wohnung, das er benutzt. Super Idee mit dem Stofftunnel, kaufe ich bei Gelegenheit. Mal schauen, wie mein Racker den findet

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