Jedes Jahr stehen zu Weihnachten Tiere auf dem Geschenkewunschzettel – besonders bei Kindern. Auch Antonia, die 12-jährige Tochter eines Freundes von mir, lag ihren Eltern letztes Jahr zur Weihnachtszeit in den Ohren. Sie wünschte sich sehnlichst einen Hund.

Auch Antonias Eltern spielten schon länger mit dem Gedanken, sich einen Hund anzuschaffen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Was mir besonders gefiel: Statt sich auf der Stelle einen Hund zu kaufen, lag unter dem Weihnachtsbaum dann nur symbolisch ein Plüschtier für den neuen Kumpel. Die Familie hatte sich entschlossen, die Festtage gezielt abzuwarten und sich eines der unzähligen Abgabetiere Anfang Januar zu holen, die nach Weihnachten im Tierheim landen. Sie hatten sich ganz bewusst dafür entschieden, einen Hund erst nach eingehender Beratung und zum gegebenen Zeitpunkt nach Hause zu holen.

Die Realität sieht leider oft anders aus. Viele der „Wunschtiere“ landen schon nach wenigen Tagen im Tierheim. Was zuvor nicht bedacht wird: Ein Tier bereitet nicht nur viel Freude, sondern auch jede Menge Arbeit. Und gerade ein Hund muss nicht nur gepflegt und beschäftigt, sondern auch sozialisiert werden.

Das verspätete Weihnachtsgeschenk von Antonia heißt Linus, ein mittlerweile ganz schön frecher Jack Russel, der Ende Dezember letzten Jahres halb erfroren an einer Autobahnraststätte gefunden wurde.

Dank eines Hundetrainers hat er sich zu einem süßen Racker entwickelt, der, wie alle Jackies, natürlich einen Energielevel hat, das kaum kaputtzuspielen ist. Ich habe vor ein paar Tagen mit der Familie telefoniert. Fazit: Linus hat Antonias Lippenstift aufgefuttert und die Spitzen an Papas neuen Winterschuhen angenagt.

Tja, wie Menschen-Teenies haben eben auch Junghunde eine Menge Flausen im Kopf. Antonias Familie mag auf Linus jedenfalls nicht mehr verzichten. Diese Weihnacht bekommt er übrigens gleich zwei Geschenke: eine Extraportion frisches Fleisch und ein Intelligenzspielzeug.

Ich wünsche Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Heimtieren ein wunderschönes, erholsames Weihnachtsfest!

Ihr Ralf Lindermann

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