Maus; Foto: Jagodka, Fotolia

Maus; Foto: Jagodka, Fotolia

Sie heißen „Feivel“, „Bernhard“ oder „Bianca“, haben Knopfaugen und runde Ohren und erobern manches Menschenherz im Sturm: Mäuse. Ihre Haltung ist einfach, anspruchslos sind die Nager deswegen aber nicht.

Was bei vielen anderen Heimtieren zutrifft, gilt auch für die Maus: Möchte man seine Zwerg-Fellnase rundherum glücklich machen, sollte man sie nicht einzeln halten. Mindestens zwei müssen es sein, am besten gleichgeschlechtliche Tiere. Sonst steht Nachwuchs ins Haus, der bald alle Kapazitäten sprengt. Weibchen vertragen sich dabei besser als Männchen und können gern in richtigen „Mäusedörfern“ vergesellschaftet werden. Acht, zehn oder zwölf Tiere sind kein Problem, die Anzahl sollte jedoch immer gerade sein, damit jede Maus einen „besten Freund“ finden kann. Männchen sollten maximal zu viert gehalten werden, idealerweise Brüder. Kastration vermindert den typischen Mäusegeruch.

Kleines Tier braucht große Welt

Wer gern in der Gruppe lebt, braucht Platz. Schließlich möchten sich selbst beste Freunde zuweilen auch mal aus dem Weg gehen. Mäusekäfige müssen daher groß sein. Vogelvolieren eignen sich oft besser als das, was im Handel als „Mäusekäfig“ angeboten wird. In Vogelvolieren kann man leicht mehrere Ebenen einziehen und viele Spiel- und Klettermöglichkeiten anbieten. Es gibt (fast) nichts, was Mäusen keinen Spaß macht. Hängematten, Brücken und Seile, Türme und Höhlen, Schaukeln und Nester – alles ist willkommen. Wer Laufräder anbietet, sollte Vollholzräder bevorzugen, da die Tiere darin mit geradem Rücken und auf durchgehender Fläche laufen können. Verletzungsgefahren sind damit ausgeschlossen. Wichtig ist, dass der Gitterabstand des Käfigs so eng ist, dass keine Maus hindurchschlüpfen oder mit dem Kopf steckenbleiben kann. Wer keine Beutegreifer wie Hunde oder Katzen zu Hause hat, kann seinen Mäusen auch eine sogenannte „Mäuseburg“ anbieten: Eine Mäuselandschaft auf einem frei stehenden Tisch oder Podest, die ohne Gitter oder Glasscheiben auskommt. In aller Regel springen Mäuse dort nämlich nicht herunter. Es ist daher auch nicht damit zu rechnen, dass sie die Mäuseburg verlassen. Jungtiere allerdings können Höhen noch nicht gut abschätzen. Für sie sollten Mäuseburgen vorübergehend mit einem Ausreißerschutz versehen werden. Ebenfalls geeignet für die Unterbringung von Mäusen sind große Aquarien und gut belüftete Terrarien. Hygiene ist hier oberstes Gebot. Staut sich der Ammoniak aus dem Urin der Mäuse in der Aquarienluft, sind Atemprobleme vorprogrammiert. Schöne Mäuselandschaften lassen sich übrigens auch in ausgedienten Badewannen bauen. Eine dicke Schicht Hobelspäne oder Kleintierstreu nimmt Urin auf und bietet höchste Buddelfreuden.

Du bist, was du isst

Das optimale Mäusefutter besteht zu drei Vierteln aus Getreidekörnern, Gras- und Kräutersamen, je zehn Prozent Bio-Gemüse oder auch gewaschene und abgetrocknete Wildkräuter wie Löwenzahn, Wegerich oder Gänseblümchen, gelegentlich ein bisschen Obst und hin und wieder etwas Eiweiß, beispielsweise in Form von Mehlwürmern, Heimchen, hart gekochtem Ei, Magerquark oder Tartar. Zum Knabbern bieten sich Heu, trockenes Brot und Obstbaumzweige an. Frisches Wasser muss ständig frei zugänglich sein. Als höchst sparsam (!) zu verfütternde Snacks eignen sich Sonnenblumenkerne, Mini-Käsewürfel oder mal eine Erdnuss.

Vorsicht vor Qualzuchten

Mäuse gibt es in vielen schönen Farben, deshalb lohnt sich der Besuch bei einem seriösen Mäusezüchter. Gesunde Mäuse werden gute drei Jahre alt. Sogenannte Futtermäuse oft nur wenige Monate. Und: Auch unter Mäusen gibt es Qualzuchten, von denen man besser die Finger lässt. „Wuschelmäuse“ haben zum Beispiel nicht nur gekräuseltes Fell, sondern auch verformte Tasthaare (Sinnesorgane!), rothaarige Mäuse neigen zu genetisch bedingter Fettleibigkeit, „Sing-“ oder „Pfeifmäuse“ haben ein Lungenleiden. Bei „Tanzmäusen“, die sich ständig im Kreis drehen, ist die Hirnanhangsdrüse defekt und „Glanz-“ oder „Satinmäuse“ bezahlen ihr hübsches Aussehen oft mit späterem Haarausfall und partieller Nacktheit.

Tipps und Tricks zur Mäusehaltung:

  • Mäuse nie einzeln halten
  • Großen, interessant eingerichteten Käfig anbieten
  • Keine Qualzuchten kaufen

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