Ebenso wie der Mensch können Meerschweinchen Vitamin C nicht selbst produzieren und auch nicht im Körper speichern. Sie müssen es regelmäßig mit der Nahrung aufnehmen.

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Ebenso wie der Mensch können Meerschweinchen Vitamin C nicht selbst produzieren und auch nicht im Körper speichern. Sie müssen es regelmäßig mit der Nahrung aufnehmen.

Der Tagesbedarf eines gesunden Meerschweinchens liegt bei 10 mg Vitamin C pro Kilogramm Körpergewicht. Kranke und schwangere Tiere sowie Jungtiere im Wachstum haben einen erhöhten Vitamin-C-Bedarf von bis zu 30 mg pro Tag.

Durch Fütterung von frischem Gemüse können gesunde Meeris aber auch im Winter ohne eine zusätzliche Gabe von Vitamin-C-Präparaten auskommen.

Häufige Fütterungsfehler

Vitamin-C-Mangel wird immer durch Fütterungsfehler hervorgerufen. Erkrankungen treten besonders bei Meerschweinchen auf, die ausschließlich mit Fertigfutter für Meerschweinchen oder gar mit Kaninchenfutter ernährt werden. Zwar enthalten diese industriell hergestellten Meerschweinchenfutter zum Zeitpunkt der Produktion ausreichend Vitamin C. Dieses kann jedoch bei zu langer oder ungünstiger Lagerung zerfallen, ohne dass dem Futtermittel etwas anzumerken ist.

Ein geringer Mangel kann den Gesundheitszustand eines Meerschweinchens schon nach ein bis zwei Wochen beeinträchtigen. Bei völligem Vitamin-C-Entzug sterben die Tiere innerhalb von drei Wochen an den Folgeerscheinungen.

Mangelerscheinungen

Bei einer Unterversorgung mit Vitamin C werden verschiedene Organsysteme in Mitleidenschaft gezogen. Allgemein sind die Tiere infektanfälliger, haben struppiges Fell, magern ab und können Durchfall bekommen. Außerdem leiden sie unter Wundheilungsstörungen. Im Maul kann es zu Zahnfleischbluten kommen, die Zähne können sich lockern und sogar ausfallen und an den Mundwinkeln bilden sich Risse und Verkrustungen.

Vitamin C ist ein wichtiger Baustein für Knochen und Muskeln, genauer gesagt für die kollagenen Fasern. Daher wirkt sich ein Mangel auch besonders auf den Bewegungsapparat aus. Gerade an den Knien, aber auch an anderen Gelenken, kann es zu Schwellungen und Entzündungen kommen, die zu fortschreitenden Bewegungsstörungen führen. Es kommt zu Einblutungen in die Muskulatur und Jungtiere neigen zu spontanen Knochenbrüchen.

Vitaminreiches Gemüse

Die abwechslungsreiche Verfütterung von frischem Gemüse, Kräutern, Gräsern und kleinen Mengen Obst ist daher die beste Art, dieser schleichenden aber durchaus tödlichen Mangelerscheinung entgegen zu wirken.

Auch wenn Gemüse im Winter häufiger Gewächshäusern entstammt und einen geringeren Gehalt an Vitamin C aufweisen kann, wird der Tagesbedarf eines Meerschweinchens damit ausreichend gedeckt.

Paprika, Brokkoli, Grünkohl und Stielmus sind die Spitzenreiter bei den Vitamin-C-haltigen Gemüsen. Ebenso eignen sich Steckrüben, Petersilie, Fenchel und Kohlrabiblätter, um den Vitaminhaushalt aufzufüllen. Bei Brokkoli und Grünkohl ist wie bei allen Kohlsorten allerdings zu beachten, dass sie in überschaubaren Mengen verfüttert werden, da sie sonst zu Verdauungsproblemen führen können.

Insgesamt ist die Verfütterung von Frischfutter der Gabe von Vitamin-Präparaten vorzuziehen. Untersuchungen beim Menschen haben gezeigt, dass die ständige Zufuhr von synthetischen Vitaminen mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Untersucht wurden hier besonders die fettlöslichen Vitamine A und E. Doch auch das wasserlösliche Vitamin C, das über die Niere ausgeschieden wird, kann bei einer Überdosierung Magen-Darm-Beschwerden und möglicherweise sogar Nierensteine verursachen.

Vitamin-C-Präparate zur Therapie

Liegt bei einem Meerschweinchen ein erhöhter Bedarf an Vitamin C vor oder fallen Mangelerscheinungen auf, sollten für eine rasche Therapie Vitamin-C-Präparate über eine kurze Zeitspanne zum Einsatz kommen. Die Produkte sind in der Apotheke frei verkäuflich und unter dem Namen Ascorbinsäure erhältlich.

Es können entweder 200 mg Vitamin C pro ml Trinkwasser angemischt oder eine Messerspitze Ascorbinsäure in kristalliner Form auf ein Stück Gurke gestreut werden. Da Vitamin C schnell zerfällt, muss das Angebot täglich erneuert werden. Frisches Gemüse sollte in jedem Fall zusätzlich zur Verfügung stehen.

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