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Haustiere: Was darf ein Vermieter verbieten?

Ein Heimtier in der Mietwohnung – manchem scheint es, als dürfe der Vermieter hier über alles entscheiden. Ganz so krass ist die Realität nicht. Schwierig kann es trotzdem werden.

Zunächst einmal sind all jene fein raus, die sogenannte „Kleintiere“ halten oder halten möchten. Denn alle Tiere, die bei entsprechender Unterbringung und Pflege niemanden stören und nichts kaputt machen können, dürfen vom Vermieter nicht verboten werden. Gleiches gilt übrigens für die Hausgemeinschaften bei Eigentumswohnungen. Kleintierhaltung ist Privatsache und gehört zum „bestimmungsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung“, wie es im Juristenjargon so schön heißt. Das bedeutet, dass man sich bei der Haltung von Kleintieren auf sein Grundrecht auf „freie Entfaltung der Persönlichkeit“ berufen darf. Zu Kleintieren gehören alle Tiere, die in der Wohnung in Käfigen, Volieren, Terrarien oder Aquarien gehalten werden.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Von der „genehmigungslosen Kleintierhaltung“ dürfen Ausnahmen gemacht werden, wenn die Anzahl der Tiere ein angemessenes Maß übersteigt oder wenn ein halber Zoo in der Wohnung haust. Wenn statt zwei oder vier Kaninchen plötzlich 30 Langohren durch die Bude hoppeln, die Frettchen aus der zweiten Etage schon im Treppenhaus zu riechen sind oder die Nachbarschaft täglich mehrere Stunden einem ohrenbetäubenden Kreischkonzert aus dem Vogelkäfig ausgesetzt ist. In solchen Fällen können Vermieter und Wohnungs-Eigentümerversammlung die Tierhaltung untersagen oder reglementieren. Dieses Recht haben sie auch hinsichtlich bestimmter Tierarten. Dazu gehören in erster Linie Hunde, Katzen, Papageien und daneben all jene Nutztiere und Exoten, deren bloße Anwesenheit für andere Menschen belastend sein könnte, weil man sie nicht ständig in der Wohnung behalten kann. Oder weil es in der Natur der Sache liegt, dass sie sich in der Wohnung permanent frei bewegen.

Katze, Hund & Co.

Bei Katzen gibt es eine Zweiteilung: Wenn der Vermieter die Haltung grundsätzlich genehmigt, kann er sie auf die Wohnung beschränken. Dann darf Mieze tatsächlich nicht und niemals raus, so schön der Garten auch sein mag. Die Haltung eines oder mehrerer Hunde, von Minischweinen, stimmgewaltigen Papageien und Ähnlichen ist immer von der Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft abhängig. Es dürfen auch individuelle Regelungen getroffen werden, wonach insbesondere die Haltung bestimmter Hunderassen verboten oder zustimmungsbedürftig gemacht wird. Zulässig ist auch, wenn dem einen Mieter ein bestimmtes Tier erlaubt wird, einem anderen aber nicht. Wichtig: Wer sich nicht an die Vorgaben des Vermieters hält, kann aus der Wohnung fliegen oder gezwungen werden, sein Tier wieder abzuschaffen. Und: Nachbarn, die zum Beispiel allergisch auf Katzen reagieren, können vom Vermieter verlangen, dass er anderen Nachbarn die Katzenhaltung untersagt. Das bedeutet auch, dass bereits erteilte Zustimmungen zurückgenommen werden können.

Wichtig

Manchmal lohnt es sich, für sein Tier zu kämpfen und den Gang vor Gericht zu wagen. Denn in Sachen Tiere in Mietwohnungen sind sich die deutschen Richter nicht einig. Es gibt viele widerstreitende Auffassungen sowohl zugunsten der Vermieter als auch zugunsten der Tierhalter. Ein Gericht kann sich ganz nach dem persönlichen Ermessen des Richters für diese oder jene Meinung entscheiden. So kann es kommen, dass man in einem Fall obsiegt, obwohl ein anderer Tierhalter in ähnlicher Sache verloren hat und umgekehrt. Vor allem bei Hunden sind manche Richter der Auffassung, dass man sie eben nicht wie Gegenstände einfach wieder abschaffen kann, nur weil sie zum Beispiel ohne Genehmigung im Haus sind oder seit Neuestem jemanden stören. Zugegebenermaßen sind solche Urteile Ausnahmen. Und damit auch keine Freibriefe!

Interessante Urteile:

 
Tipps und Tricks zu Tieren in der Mietwohnung:

  • Kleintiere sind immer erlaubt
  • Behält sich der Vermieter im Mietvertrag die Genehmigung von Hunden, Katzen etc. vor, müssen sich Mieter unbedingt daran halten

 

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