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Schlau, schlauer, am schlauesten – fast scheint es, als hätten Papageien die Steigerungsformen ihrer Intelligenz persönlich erfunden. Ihre Fähigkeiten lassen Menschen oft nur staunen.

Papageien haben weit mehr im Kopf als das klassische „Spatzenhirn“. Doch wie weit ihre Intelligenz tatsächlich geht, verraten „Kunststücke“ allein keineswegs. Intelligent zu sein bedeutet nicht, diverse Tricks lernen zu können, wie etwa Purzelbäume, apportieren oder einzelne Wörter. Intelligent zu sein heißt, aus „Tricks“ etwas zu machen, kreativ an Probleme heranzugehen und selbstständig Lösungen zu entwickeln, um ein Ziel zu erreichen. Und es bedeutet, Wörter nicht nur nachzusprechen, sondern den Sinn dahinter zu erfassen. Und zu nutzen. All das können Papageien.

Gefiederte Hirn-Akrobaten

Noch wenig bekannt ist, dass auch Papageien Werkzeuge benutzen. Wenn es am Rücken juckt, nimmt sich so mancher ein Stöckchen „zur Hand“ und kratzt sich damit dort, wo Fuß und Schnabel nicht hinkommen. Dieses Verhalten wurde auch schon in freier Wildbahn beobachtet. Bei in Gefangenschaft gehaltenen Papageien geht der Werkzeuggebrauch noch weiter: So berichteten Forscher von einem Tier, das mit einer Pfeife Wasser schöpfte, andere nutzten Stöckchen, um zu graben, wieder andere bohrten damit in Objekten, um verstecktes Futter herauszubefördern.

Am bemerkenswertesten ist insoweit wahrscheinlich die Fähigkeit von Papageien, gezielt und selbstlos mit Artgenossen zu kooperieren. So versteckten Forscher Futter in einer Art Würfel, dessen Deckel an einem Ende einer Wippe befestigt war. Am anderen Ende gab es eine Sitzgelegenheit. Um den Deckel zu öffnen, musste sich ein Vogel „opfern“ und auf der Sitzgelegenheit Platz nehmen. Sein Gewicht senkte die Wippe ab und hob den Deckel nach oben, sodass die anderen Vögel futtern konnten. Dem „Opfer-Papagei“ erlaubten sie dann, Futterreste von ihren Schnäbeln zu schlecken. Zum Teil wechselten sie sich auf der Wippe aber auch ab.

Die Fähigkeit von Papageien, diverse Mechaniken zu durchschauen, ist ebenfalls legendär und beispielhaft für ihre Finesse. Daher ist auch steter Nachschub an „Intelligenzspielzeugen“ für Haustier-Papageien so wichtig – auch das anfänglich tollste Ding ist nämlich alsbald ausgetüftelt und dann einfach nur noch langweilig.

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