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„Kann der denn auch sprechen?“, ist eine häufige Frage an Papageien- und Sittichbesitzer. Ob es einem Graupapagei oder Wellensittich damit gut geht, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

Eines steht fest: Sprechende große Papageien oder ihre kleineren Vertreter, Sittiche, mit tierschützerischem Argwohn zu betrachten, ist durchaus legitim. Denn in vielen Fällen ist ein sprechender Vogel das Resultat einer nicht artgerechten Haltung. Viele Vögel sprechen nur, wenn und weil sie allein gehalten werden. Und das ist so ziemlich das Schlimmste, was man Ara, Wellensittich, Nymphensittich & Co. überhaupt antun kann. „Allein“ bedeutet dabei konkret: Ohne auch nur einen einzigen Artgenossen. Ein „Papageien-Sammelsurium“, in dem zum Beispiel ein Halsbandsittich mit einem Mohrenköpfchen, sechs Wellensittichen und einem Graupapagei vergesellschaftet werden, ist allerhöchstens für die Wellensittiche annehmbar. Da die anderen in der Gruppe keinen zweiten Vertreter der eigenen Art finden, hocken sie eben trotzdem alleine da.

Warum Papageien sprechen lernen

Papageien sind Meister der Beobachtung und der Nachahmung. Das könnte auf einen Fortpflanzungsvorteil zurückzuführen sein. So haben Wissenschaftler zum Beispiel festgestellt, dass ein Wellensittich-Weibchen dasjenige Männchen zum Paarungspartner erwählt, das das Gezwitscher des Weibchens am besten imitieren kann. Frei nach dem Motto „die beste Cover-Version darf Papa werden“, legen sich die Männchen mächtig ins Zeug. Fehlt einem Vogel der Artgenosse, macht er aus der Not eine Tugend und imitiert eben andere Geräusche. Vorzugsweise die, die die menschliche Bezugsperson  von sich gibt. „Sprechen“ kann dann eine absolute Verzweiflungstat darstellen, die allein aus Not und Einsamkeit resultiert. Mit Intelligenz hat das Nachahmen wenig zu tun.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Auch wenn es auf die meisten zutrifft, ist nicht jeder sprechende Papagei eine „Ausgeburt der Tierquälerei“. Denn es gibt Vögel, die artgerecht gehalten werden und sprechen lernen. Solche Papageien könnte man als ausgewiesene Menschenfreunde ansehen – wäre die Welt anders gestrickt, würden sich diese Tiere vermutlich Menschen als „Haustiere“ halten. Weil sie sie so interessant finden. Solche Papageien sind mit wenigstens einem Artgenossen eng verbunden und haben einen oder mehrere Menschen zum Freund. Das eine schließt das andere keineswegs aus.

Auffällig ist, dass manche sprechende Papageien und Sittiche über kurz oder lang nicht mehr nur nachplappern, sondern intelligente Antworten geben. Zum Beispiel, ob sie sich gut oder müde fühlen, was sie essen oder womit sie spielen möchten. Genauso selbstverständlich stellen sie selber Fragen und initiieren Unterhaltungen. Und das ist letztendlich tatsächlich Ausdruck von außergewöhnlicher Intelligenz.

Sprechen lernen leicht gemacht

Artgerechte Tierhaltung vorausgesetzt, lernen besonders interessierte Sittiche am besten, wenn man ihnen etwas vorspricht, vorsingt oder -pfeift.  Bei größeren Papageien übt man vorzugsweise mit einer zweiten Person das Sprechen und lässt die neugierigen Schlaumeier einfach nur dabei zusehen. Person A zeigt Person B einen Gegenstand und stellt einfache Fragen, etwa „Was ist das?“, „Welche Farbe?“, „Welche Form?“ Person B antwortet richtig (z. B. „Ball“, „blau“, „rund“) und erhält dafür den Gegenstand, um ihn zu untersuchen und damit zu spielen. Täglich drei, vier Mal für jeweils fünf Minuten üben reicht. Interessierte Papageien schalten sich bald von ganz allein ins Geschehen ein und geben die richtigen Antworten. Dafür müssen sie dann natürlich auch den Gegenstand zur eingehenden Untersuchung erhalten.

Tipps und Tricks zu sprechenden Papageien:

  • Keine Einzelhaltung
  • Sprechen kann man nicht erzwingen
  • Artgerechte Haltung vorausgesetzt: Vorsprechen oder mit einem menschlichen Trainingspartner üben und die Tiere zuschauen lassen – wenn sie sprechen wollen, werden sie es von ganz allein tun

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