Papageien sind clever und unheimlich verspielt. Um sie glücklich zu machen, sollte der Alltag abwechslungsreich gestaltet werden.

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Papageien sind clever, neugierig und unheimlich verspielt. Um die Intelligenzbolzen glücklich zu machen, sollte der Alltag auch in der Paar- und Gruppenhaltung abwechslungsreich gestaltet werden. Die gezielte Beschäftigung von Papageien ist jedoch anspruchsvoll.

Vor allem, weil man als Papageien-Halter eine gehörige Portion Phantasie benötigt, um der Spiel- und Beschäftigungsleidenschaft seiner Schützlinge ausreichend „Futter“ zu geben. Das ist durchaus sprichwörtlich gemeint. Denn in der Natur sind Papageien den Großteil ihres Tages mit der Nahrungssuche beschäftigt. Einmal am Vormittag und einmal nachmittags, jeweils mehrere Stunden lang. Im Hausstand des Menschen ist der Magen zumeist schon nach wenigen Minuten gut gefüllt und der Vogel satt. Der anschließende Müßiggang macht dann auf Dauer krank – Stichwort: Federrupfen.

Zu zweit macht auch das Spielen mehr Spaß

Kaum jemand kann es sich leisten, sich jeden lieben langen Tag ausschließlich seinem Vogel zu widmen. Da rufen Job und Familie, Hausputz, Hobbys und Freunde. Die tollste Beschäftigung für jeden Papageien ist daher in erster Linie ein artgleicher Partnervogel. Papageien spielen aber nicht nur gern miteinander. Sie lieben auch das sogenannte „Objektspiel“, die Beschäftigung mit Dingen aller Art also. Besonders attraktiv sind dabei die Sachen, mit denen auch die Menschen „spielen“: Staubtücher zum Beispiel, Zeitungen und Bücher, das Telefon oder Küchengeräte. Wenn zwei das Gleiche tun, aber jeder für sich, nennen Fachleute das „passives Spielen“. Wer also zum Beispiel in Ruhe lesen oder arbeiten will, kann seinen Papageien einfach etwas Papier, eine Klorolle, einen alten Stoffrest, Zapfen, Rinden oder Obstbaum-Äste geben, um passiv mit ihnen zu spielen. Parallel zum Kochen freuen sich die Vögel, wenn sie Quirl und Kochlöffel, Töpfe aus der Puppenstube, Schneebesen, Schlüsselbunde oder Teelöffel untersuchen dürfen. Toll sind natürlich auch „Futter-Verstecke“ im weitesten Sinne, wie ungeschälte Nüsse oder dicke Aststücke mit Löchern, in denen Futter versenkt werden kann.

Klettermaxe

Ebenfalls hoch im Kurs stehen Bewegungsspiele. Papageien sind zu Fuß mindestens genauso geschickt wie im Flug. Kletterbäume mit verschiedenen Seilen und Schaukeln, Ketten, Leitern, Wippen, Sitz- und Nagebrettern sind daher in jeder Voliere ein Muss. Mindestens zwei bis drei Mal pro Woche sollte eine ausgiebige Bade-Orgie auf dem Programm stehen. Wer keine automatische Sprenkleranlage installieren mag, kann auf Pflanzenduschen oder Pumpsprühflaschen zurückgreifen. Für kleinere Sittiche eignen sich Badeschalen. Nach solchen „Wasserfesten“ sind die Vögel viele Stunden lang mit der Gefiederpflege beschäftigt. Auch ein probates Mittel gegen aufkommende Langeweile.

Spiel mit, Mensch!

Wer auch als Mensch intensiv mit seinen Papageien spielt, trägt ebenfalls viel zu ihrem Wohlbefinden bei. Wichtig ist jedoch, die Vögel dabei nicht zu überfordern. Gerade scheuere Tiere können großen Stress erleben, wenn ihnen der Mensch allzu sehr auf die Pelle rückt. Viele Papageien lernen dennoch problemlos, kleine Spielzeuge zu apportieren oder Kunststücke auszuführen. Manche lieben es, von ihren Menschen gekrault zu werden oder begeistern sich fürs Clickertraining. Eine Besonderheit gilt bei Papageien übrigens in Bezug auf Belohnungen: Fressen ist gut, den Snack vor dem Genuss auch noch selbst auspacken zu dürfen, ist noch besser. Geht es um Kunststücke, die sich auf Objekte beziehen, ist die beste Belohnung für Papageien, das Objekt selbst untersuchen zu können. Wenn ein Papagei also verschiedene Farben oder Formen lernen soll und beispielsweise den „orangenen“ Schlüssel oder den „Ring“ richtig erkannt hat, will er statt eines Leckerchens lieber den orangen Schlüssel oder den Ring bespielen. Das zu wissen kann für erfolgreiches Training sehr wichtig sein. Denn nicht wenige Papageien „stellen sich dumm“ oder arbeiten nicht mit, weil für sie das Lernobjekt selbst die eigentliche Attraktion an der ganzen Sache ist.

Tipps und Tricks in Sachen Papageien-Beschäftigung:

  • Spielen heißt: Dinge auch kaputt machen zu dürfen
  • Papageien paarweise halten
  • Voliere interessant gestalten
  • Natürliche Verhaltensweise fördern, wie z. B. Gefiederpflege und Futtersuche
  • Auch mal der eigenen Phantasie freien Lauf lassen

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