Wellensittich auf einem Ast

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In ihrer Heimat leben die drolligen Australier mit den schwarzen, prägnanten Querwellen im Gefieder als Schwarmvögel. Und da gehören ausgedehnte Schwätzchen mit dem Baumnachbarn oder mit dem Herzenspartner schlichtweg zum „Welli“-Alltag. Eines der obersten Gebote bei der Haltung und Pflege lautet daher: keine „Einzelhaft“.

Spiegel, die dem Vogel einen Partner vorgaukeln, können zu Verhaltensstörungen führen und einen echten Freund niemals ersetzen. Schaffen Sie sich also immer mindestens zwei Sittiche an. Auch zwei oder mehr „Wellis“ zeigen sich lernbegierig und werden bei entsprechend umsichtigem Umgang zutraulich – auch wenn sie dann nicht mehr bevorzugt die menschliche Sprache nachahmen. Übrigens wird man bei der Haltung von mehreren Wellensittichen schnell eine eindrucksvolle Entdeckung machen: Jeder Wellensittich hat nämlich so seinen ganz eigenen Charakter. Wie bei Menschen auch gibt es da den dreisten Draufgänger, den vorsichtigen, skeptischen Typ oder beispielsweise auch so manch vorwitzigen „Spaßvogel“ in der reinsten Bedeutung des Wortes.

Die Mischung macht’s

Die kleinen, grassamenfressenden Papageien sind wahre Gourmets. Nicht jeder Vogel futtert jede Mischung gerne. Im Handel gibt es fertige Samen- und Körnerfuttermischungen, hierbei sollten Sie auf die Inhaltsstoffe achten. Ungesundes wie Zucker ist tabu.

Beim Öffnen der Packung darf es nicht muffig riechen und die Körner sollten nicht zusammenkleben. Bei selbst gemischtem Futter empfiehlt sich eine vielfältige Saatmischung. Zur Aufbewahrung eignen sich verschließbare Vorratsdosen aus Plastik oder Blech. Trocken und kühl gelagert, beugen Sie so Fäulnis, Schimmel- und Ungezieferbefall vor. Pro Tag reichen für einen Wellensittich zwei gehäufte Teelöffel Körnerfutter aus. Zur artgerechten Ernährung benötigen Ihre geflügelten Freunde zusätzlich gewaschenes und gut abgetrocknetes Bio-Obst und – gemüse wie Apfel, Möhre, Selleriestangen, Paprika, Salat und Gurke oder Küchenkräuter wie Petersilie als Mineralien- und Vitaminlieferanten. Kräuter sollten, wegen der enthaltenen ätherischen Öle, allerdings nur in geringen Mengen verfüttert werden. Ungespritzte Futterpflanzen wie Löwenzahn, Salat, Vogelmiere, Rispengräser und ein Kalkstein ergänzen die Speisekarte.

Wichtig ist es auch, sogenannten „Grit“ anzubieten, den die Vögel für die Zerkleinerung der Nahrung im Magen benötigen. Dies ist übrigens auch bei der Käfigeinstreu zu berücksichtigen: Wer statt Vogelsand mit Grit lieber Buchenholzgranulat verwenden möchte, sollte Vogelsand mit Grit unbedingt extra in einem Napf bereitstellen.

Als Leckerchen lieben „Wellis“ Kolbenhirse, die jedoch nur in Maßen angeboten werden sollte. Hirse enthält vor allem jede Menge Kohlenhydrate, die bei übermäßiger Fütterung Ihre Sittiche schnell in kleine Moppel verwandelt. Zu guter Letzt: Täglich das Trinkwasser austauschen. Im Sommer muss das Wasser sogar zweimal täglich gewechselt werden, da sich bei der Wärme schnell Krankheitserreger im Wasser breitmachen.

Zu groß – gibt’s nicht

Die meisten Käfige im Handel sind zu klein. Am besten hält man Wellensittiche zu mehreren in Volieren. Eine ruhige Raumecke bietet den idealen Platz für das Sittichheim, wenn sie frei von Kochdunst und Zugluft ist. Als Spielzeug leisten selbst gebastelte Spielseile treue Dienste. Vorgefertigte Holzstangen im Käfig tauschen Sie besser durch bequemere Birken-, Ahorn- oder Lindenzweige aus. So schlagen Sie für Ihre Vögel zwei Fliegen mit einer Klappe: Eine Stärkung des Bewegungsapparats und Knabberspaß. Futterschalen und ein Badehäuschen machen die Käfigausstattung perfekt. Bei reinen Wohnungsvögeln und im Winter sollte man zusätzlich mit einer „Bird Lamp“, also einer speziellen Vogel-Lampe, für ausreichend UV-Licht sorgen. Und natürlich: Freiflug in der gesicherten Wohnung ist ein tägliches Muss. Das hält Ihre Sittiche nicht nur fit, sondern bringt auch die erwünschte Abwechslung in den Alltag der entdeckungsfreudigen Australier.

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