Groß ist die Enttäuschung, wenn Wellensittiche einfach nicht zahm werden wollen. Tipps, um das Vertrauen der munteren Gesellen zu gewinnen.

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Es gibt wohl kaum etwas Bezaubernderes als einen zahmen Wellensittich. Entsprechend groß ist die Enttäuschung, wenn ein Welli so gar nicht zutraulich werden will. Tipps, um das Vertrauen der munteren Gesellen zu gewinnen.

Wie so vieles fordert auch das Zähmen von Wellensittichen die Geduld und das Einfühlungsvermögen ihrer Besitzer. Wellensittiche sind hochintelligente kleine Kerlchen, ein jeder mit seiner ganz eigenen Persönlichkeit. Da gibt es schüchterne und forsche, neugierige und Faulenzer, Tiere, die an Menschen interessiert sind und solche, auf die das überhaupt nicht zutrifft. Was man sich ins Haus holt, weiß man zumeist nicht, sondern entdeckt es erst. Oberste Regel der Wellensittich-Zähmung ist deshalb, niemals Druck zu machen und anzuerkennen, dass es nicht nur ein paar Wochen, sondern auch Monate dauern kann, bis ein Welli Vertrauen fasst. Hat ein Tierchen bereits schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht, ist man mit der Zähmung im Einzelfall gern auch mal zwei oder drei Jahre beschäftigt. Aber: Die Mühe lohnt sich.

Auf den Anfang kommt es an

Bei Wellensittichen gilt die Devise: Wer zu früh zu viel will, bekommt gar nichts. Wer dem kleinen Sittich unerwünscht auf die Pelle rückt, ihn zum „Streicheln“ in die Enge drängt oder gar nach ihm greift, braucht auf Zutraulichkeit nicht zu hoffen. Er verstärkt nur die Angst des Vogels und dessen Überzeugung, dass Menschen nichts Gutes im Schilde führen. Wellensittiche, die Angst haben, sitzen zumeist auf erhöhten Plätzen – auch im Käfig – und machen sich sprichwörtlich dünn: Sie legen das Gefieder ganz eng an den Körper an und sehen dadurch lang, schmal und sehr „glatt“ aus. So lange sich ein Welli fürchtet, ist jede Art von Annäherung kontraproduktiv. Wichtig: Als Schwarmvögel finden Wellensittiche in der Gruppe Sicherheit. Einzeln gehaltene Tiere haben daher mehr Angst als zwei oder mehrere zusammen. Wellensittiche also nicht allein halten, schon gar nicht der vermeintlich schnelleren Zahmheit willen.

In der Ruhe liegt die Kraft

Am besten stellt man den Käfig seiner gefiederten Hausgenossen erst einmal an einem ruhigen Ort auf. Von dort sollten die Vögel möglichst viel vom Alltag der Menschen mitbekommen, aber ohne dass sie schon in diesen eingebunden wären. Wer sich dem Käfig nähert, sollte das betont ruhig und gelassen tun und die Wellis nicht anschauen, denn das tun nur Fressfeinde. Bei der „Bewirtschaftung“ des Käfigs, beim Füttern oder Saubermachen, sollten schnelle oder hektische Bewegungen vermieden werden. Jede Annäherung sollte zudem in etwas für die Vögel Positivem gipfeln, beispielsweise indem man einen Hirsekolben hinterlässt, ein Apfelstückchen oder ein Salatblatt, ein Spielzeug oder eine Badegelegenheit. Das führt dazu, dass sich die Wellis für den Menschen zu interessieren beginnen. Diese Neugier lässt sich dann gezielt bei der eigentlichen Zähmung nutzen.

Wellis handzahm machen

Wellensittiche sind „gesprächige“ Gesellen und zwitschern pausenlos vor sich hin. Deshalb mögen sie auch Musik und freundliche, menschliche Stimmen. Seinen Wellensittichen darf man also gerne und viel berichten – um was es sich dabei handelt, ist gleichgültig, der Ton macht die Musik. Zeigen die Vögel keinerlei Furcht mehr, wenn sich die Menschen in ihrer Nähe aufhalten oder an den Käfig herantreten, kann man sie nach und nach ans Angeschautwerden gewöhnen. Dazu spricht man leise und freundlich mit ihnen und sieht sie immer wieder kurz und schließlich immer länger an. Zeigen sich die Vögel unbeeindruckt und interessiert, darf die menschliche Hand ins Spiel kommen. Am besten gibt es jetzt viele Leckereien aus der Hand, erst längere wie Hirsekolben zum Beispiel, dann immer kürzere und kleine, Obststückchen etwa oder eine Nuss. So bleibt die Hand zu Anfang auf Distanz, und ihr Näherkommen beim Füttern wird mit etwas Positivem verknüpft. Zuletzt kann man kleine Körnchen auf der offenen Handfläche präsentieren. Nun wird der Vogel bald ganz selbstverständlich darauf hopsen.

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Ein Kommentar

  • Ich finde das wichtig zu erwähnen: dass der Tipp mit dem einzeln anschaffen totaler blödsinn ist und sich sogar mit dem vorherigen wiederspricht. Zuerst wird gesagt, ein einzelner Welli ist viel zu ängstlich um zahm zu werden und dann schlagen die vor, dass man erst einen holen soll, denn zahm machen und dann den anderen. Überlegt euch alleine mal wie lange das dauern kann. Soll der arme kleine erstmal ein halbes Jahr lang alleine bleiben?
    Wellis sind Schwarmvögel und sollten nur im aller höchsten Notfall oder bei dem Tot des Partners für wenige Tage allein sein.
    Bitte schafft euch immer gleich zwei an, am besten gleich Geschwister von einem Züchter, sodass sie sich schon unter einander kennen. So kann man sie auch gleichzeitig mit nach Hause nehmen. Ich habe damit gute erfahrungen gemacht und meine (4) Wellensittiche sind alle Handzahm geworden.

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