Foto: Angelika Möthrath - Fotolia.com

Ein beispielloser Ausrottungsfeldzug hat ihn einst in Deutschland aussterben lassen. Seit einigen Jahren tappen einige Exemplare jedoch wieder durch hiesige Wälder: Der Wolf kehrt zurück.

Mitteleuropa kennt ihn vor allem aus so grausamen Märchen wie dem vom Rotkäppchen. Anderswo auf der Welt sieht man Isegrim mit ganz anderen Augen. Als Bruder, Schutzgeist und Verbündeten zum Beispiel. Als einen, den man gern an seiner Seite hat. Auch als Haustier, das der Wolf zum Teil ja auch geworden ist. Denn jeder Hund, wie „bunt“ er auch sein mag, geht ursprünglich auf den Wolf als Urahn zurück. Dennoch sind sich die Menschen uneinig darüber, ob sie sich über die Rückkehr des Wolfes freuen oder vielleicht doch lieber Angst haben sollen.

Keine Angst vorm scheuen Wolf

„Angst braucht man vorm Wolf wirklich nicht zu haben“, sagt Imke Heyter, Leiterin des Wildparks Schorfheide. „Sobald wild lebende Wölfe einen Menschen wahrnehmen, flüchten sie.“ Im Wildpark Schorfheide leben Wölfe in einem großen Freigehege. Sie sind hier an Menschen gewöhnt, sodass Besucher sie auf wenige Meter Entfernung beobachten können. Sogar Besucherhunde sind willkommen. „Bei den ganzen derzeitigen Diskussionen über den Wolf darf man nicht vergessen, dass es bislang nur ganz wenige Einzeltiere sind, die nach Deutschland einwandern. Lediglich in der Lausitz gibt es relativ stabile Rudel.“ Die sind jedoch ebenfalls sehr klein und äußerst anfällig für Störungen. „Wir sollten uns über jedes einzelne dieser seltenen, vorsichtigen Tiere freuen. Strenger Schutz ist unbedingt notwendig“, ist Imke Heyter überzeugt.

Chance für Mensch, Tier und Natur

Deutschland bietet für Wölfe ideale Bedingungen. Gerade in den östlichen Bundesländern warten große, zusammenhängende und wildreiche Waldgebiete auf den faszinierenden grauen Beutegreifer. Ohne die Hilfe des Menschen wird dem Wolf die Wiederansiedelung dennoch nicht gelingen. „Unter keinen Umständen dürfen Wölfe beispielsweise bejagt werden“, sagt Imke Heyter. Hinzu kommen die Gefahren des Straßenverkehrs. „Nicht zuletzt ist der Wolf davon abhängig, dass die Menschen ihn in ihrer Nähe akzeptieren und ihn als wichtigen und wertvollen Teil einer intakten Natur erkennen.“

Wolfs-Kulturerbe

Rund 14.000 Jahre haben die ältesten archäologischen Funde der ersten Hund gewordenen Wölfe auf den Knochen. Wissenschaftler gehen mittlerweile aber davon aus, dass die Domestikation des Wolfes schon vor mehr als 100.000 Jahren begonnen haben könnte. Der Ursprung des Wolfes steckt in jedem Hund, der Hund als möglicher Erbe in jedem Wolf. Wölfe sind Bestandteil der menschlichen Kultur, ebenso wie der Hund. Grund genug, Isegrim nach Kräften zu unterstützen und ihn in unserer Mitte willkommen zu heißen.

Link-Tipp:

Wer mehr über den Wolf im Hund und den Hund im Wolf erfahren möchte, dem sei ein Besuch auf der Homepage des „Wolf Science Center“ der Universität Wien empfohlen.

Video zum Thema:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:

 

Leave a reply

Sie müssen eingeloggt sein um einen Kommentar abzugeben.